Einander zum Segen werden – Ökumenische Spendenaktion

Ein Zeichen der Solidarität für die jüdische Gemeinde

Anlässlich des „Tages des Judentums“, startete das Christliche-Jüdische Lokalkomitee Tirol gemeinsam mit der Diözese Innsbruck, der Evangelischen Superintendenz Salzburg und Tirol und dem Bischof Stecher-Gedächtnisverein eine Spendenaktion mit dem Ziel, die Restaurierung einer Tora-Rolle für die Innsbrucker Synagoge zu finanzieren. Diese Spendenaktion verstehen die Initiatoren als ein besonderes Zeichen der Solidarität von Tiroler Christen für die jüdische Gemeinde in Tirol. Danke für Ihre Unterstützung!

Am „Tag des Judentums“, 17. Jänner 2021, soll die restaurierte Tora-Rolle an die Jüdische Gemeinde feierlich übergeben werden.

Spenden erbeten an das Konto der Evangelischen Superintendentur: AT18 3600 0003 0056 3650, KW: Tora-Rolle 2021

Folder zur Ökumenischen Spendenaktion „Einander zum Segen werden – Tora-Rolle 2021“

Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit

Diözese Innsbruck

Bischof-Stecher-Gedächtnis-Verein

Tiroler Kirchen sammeln Spenden für Restaurierung von Tora-Rolle

Superintendent Dantine: Tora ist Geschenk des Judentums an das Christentum

Innsbruck (epdÖ) – Anlässlich des bevorstehenden Tags des Judentums am Freitag, 17. Jänner, haben die Kirchen in Tirol eine Spendenaktion ins Leben gerufen, mit der die Restaurierung einer Tora-Rolle für die Innsbrucker Synagoge finanziert werden soll. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag, 14. Jänner, in Innsbruck, haben der evangelisch-lutherische Superintendent von Salzburg und Tirol, Olivier Dantine, der römisch-katholische Diözesanbischof Hermann Glettler, Günter Lieder, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) für Tirol und Vorarlberg, sowie Peter Jungmann vom Bischof-Stecher-Gedächtnisverein die Initiative präsentiert. Offizielles Motto der Aktion lautet: „Einander zum Segen werden – Tora-Rolle 2021“.

Die Tora sei „nicht nur Teil der christlichen Bibel, sie ist die wichtigste Grundlage für die Lehre Jesu. Wer das Neue Testament liest, kann es nur im Zusammenhang mit den Texten der jüdischen Bibel, allen voran der Tora verstehen“, erklärte Superintendent Dantine das Anliegen, das hinter dem Spendenaufruf stehe. Auch wenn Judentum und Christentum die Tora in unterschiedlicher Weise lesen und verstehen würden: Die Tora sei eine gemeinsame Grundlage. „Sie weist auf eine Verbundenheit zwischen den beiden Religionen hin, die in den letzten Jahrzehnten wieder neu entdeckt wurde.“ Über Jahrhunderte hinweg hätten sich Christinnen und Christen gegenüber diesem Geschenk respektlos verhalten, spielte Dantine auf die konfliktreiche historische Beziehung zwischen Christen und Juden an. Daher erinnerte der Superintendent: „Über den Juden Jesus von Nazareth ist auch den Christen die Tora gegeben. So sehen wir die Tora als ein Geschenk des Judentums an das Christentum.“

Glettler: „Jeder Form des Antisemitismus entgegentreten“

Sein römisch-katholischer Amtskollege, Diözesanbischof Hermann Glettler, forderte „jeder Form des Antisemitismus, in welcher Fratze er versteckt oder offen heute wieder auftaucht“ entschieden entgegenzutreten. „Wir alle haben von Gott den Auftrag erhalten, uns für die Verständigung und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft aktiv einzusetzen. Ja, wir wollen einander zum Segen werden – auch in Zukunft.“ Die Diözese Innsbruck versuche, die freundschaftlichen Beziehungen zur Israelitischen Kultusgemeinde, die von Bischof Reinhold Stecher in dessen Amtszeit von 1981 bis 1997 grundgelegt worden waren, fortzusetzen und damit „auch unsere eigenen spirituellen Wurzeln als Christen besser zu verstehen“.

Lieder: „Starkes Symbol für Miteinander von Judentum und Christentum“

Seine Freude und Dankbarkeit für die Unterstützung aus den Kirchen bei der Restaurierung der Tora-Rolle sprach IKG-Präsident Günter Lieder aus. Diese „einzigartige Aktion“ sei „ein starkes Symbol für das (neu) gewonnene Miteinander von Judentum und Christentum“. Die Tora, als zentraler Text der jüdischen Bibel, könne „für den Hausgebrauch“ zwar in gedruckter Form verwendet werden, die liturgische Ordnung jedoch sehe eine auf Pergament von Hand geschriebene koschere Ausgabe vor, erklärte Lieder die Besonderheit der Rolle.

Wie Bischof Glettler nahm auch Peter Jungmann, Obmann des Bischof-Stecher-Gedächtnisvereins Bezug auf das Erbe von dessen 2013 verstorbenen Amtsvorgänger: „1989 begründet Stecher das christlich-jüdische Komitee in der Absicht ‚überkommene Schranken abzubauen, sich verstärkt der Gemeinsamkeiten klar zu werden und Wege zueinander zu ebnen‘“, zitierte Jungmann den früheren Bischof, der auch den Bau einer neuen Synagoge in der Innsbrucker Sillgasse unterstützt hatte. Sie hatte im März 2018 ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert.

Der Tag des Judentums am 17. Jänner erinnert alljährlich an die Verbundenheit von Christen und Juden. In Innsbruck werden die entsprechenden Feierlichkeiten heuer bereits am Donnerstag, 16. Jänner, begangen. Bei der Veranstaltung im Innsbrucker „Haus der Begegnung“ (19 Uhr) läuten Glettler und Dantine die Spendenaktion „Einander zum Segen werden – Tora-Rolle 2021“ offiziell ein.

Kollekte am 11. Oktober fließt in Tora-Projekt

Die evangelischen Gemeinden in Tirol werden zusätzlich zur Verbreitung des Spendenaufrufs am Sonntag, 11. Oktober 2020, die Kollekte des Gottesdienstes dieser Aktion widmen. Der 11. Oktober fällt in diesem Jahr mit dem jüdischen Fest „Simchat Tora“ – dem Torafreudenfest zusammen.

Kontonummer für Spenden: AT18 3600 0003 0056 3650, KW: Tora-Rolle 2021

Früherer Militärsuperintendent Julius Hanak verstorben

Bischof Chalupka und Militärsuperintendent Trauner würdigen umfassendes Wirken

Salzburg/Wien (epdÖ) – Der frühere evangelische Militärsuperintendent Julius Hanak ist am Mittwoch, 18. Dezember, 86-jährig verstorben. Hanak, der die Leitung der evangelischen Militärseelsorge von 1980 bis 1998 innehatte, habe das Bundesheer immer als „eine der wichtigen Säulen der Demokratie“ gesehen, sagte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. Dieses Verständnis habe er auch in sein Wirken in der Militärseelsorge eingebracht. Wichtig sei ihm dabei, so Chalupka, immer das Thema der Friedensethik gewesen. Die internationale Vernetzung in der Militärseelsorge, aber auch die Sorge für die weltweite Gerechtigkeit, das Engagement in der ökumenischen Bewegung und für die Entwicklungszusammenarbeit waren für Hanak zentrale Anliegen, betont der Bischof.

Besonders hebt Chalupka hervor, dass Hanaks Wirken für die Kirche nicht mit seiner Pensionierung endete. Hanak habe danach wesentliche Bereiche wie die Schubhaftbetreuung in Salzburg mit aufgebaut und sich auch weiterhin „bis zuletzt“ für weltweite Gerechtigkeit eingesetzt. Bei vielen internationalen Konferenzen und Veranstaltungen habe er dabei die Evangelische Kirche vertreten, „wir sind ihm zu höchstem Dank verpflichtet“, unterstreicht der Bischof. Dieses Engagement habe Hanak immer gemeinsam mit seiner Frau Prof. Ilse Hanak wahrgenommen. Chalupka: „Ihr und den Angehörigen gilt mein besonderes Mitgefühl. Dankbar für sein umfassendes Wirken können wir Julius Hanaks Leben in die Hand Gottes zurücklegen.“

„Julius Hanaks Name steht für die systematische Ausgestaltung der Militärseelsorge unter den Bedingungen des endenden Kalten Krieges wie auch der Transformation der Staaten des Ostblocks in die demokratische Staatengemeinschaft“, würdigt Militärsuperintendent Karl Reinhart Trauner die Arbeit des früheren Amtsinhabers. Hanak habe sich auch intensiv für die Einführung eines Zivildiensts und – nach dessen Einführung – für die Abschaffung der „Gewissensprüfung“ als Voraussetzung dafür eingesetzt. Bei seinen zahlreichen Truppenbesuchen – 12-mal in Zypern, 2-mal in Ägypten, 13-mal in Syrien und 2-mal in Bosnien – habe er wichtige Erfahrung in der internationalen Zusammenarbeit gesammelt, sagt Trauner und erinnert ebenfalls an Hanaks kirchliches und soziales Engagement nach seiner Pensionierung, etwa als Hochschulseelsorger in Salzburg, als Bewährungshelfer und Schubhaftseelsorger oder als Islambeauftragter der Diözese Salzburg-Tirol.

Julius Hanak wurde am 8. Mai 1933 in Treffen (Kärnten) geboren. Er wuchs in Wien und Treffen auf, wo er 1951 maturierte. Von 1951 bis 1957 studierte Hanak evangelische Theologie an der Universität Wien, anschließend absolvierte er sein Vikariat in Bruck an der Mur, es folgten Stationen als Predigtamtskandidat in Kufstein, Stainach-Irdning und Naßwald. Seine Laufbahn in der Militärseelsorge trat Hanak im Oktober 1959 in Salzburg an. Am 7. Februar 1960 wurde er von Bischof Gerhard May ins geistliche Amt ordiniert.1971 dissertierte er zur Geschichte der evangelischen Militärseelsorge in Österreich. Im September 1980 trat Hanak das Amt des Militärsuperintendenten an, das er bis 1998 ausübte.

Für die Wahrung des Menschenrechtes auf Asyl – Resolution der Generalsynode

Die Generalsynode der Evangelischen Kirche A.u.H.B. in Österreich hat am 7. Dezember 2019 in St. Pölten eine Resoution betreffend die religiöse Verfolgung aufgrund von Konversion zum Christentum als Asylgrund, staatliche Einmischung in innere Angelegenheiten der Evangelischen Kirche und weitere Fragen zur Wahrung des Menschenrechts auf Asyl einstimmig beschlossen. Anlass ist die große Besorgnis über die Entscheidungspraxis österreichischer Asylistanzen, welche zunehmend die Konversion von Asylwerberinnen und Asylwerbern zum Christentum nicht anerkennen. Folge davon ist drohende Abschiebung und damit eine besondere Gefährdung dieser Asylwerber.
In der Resolution heißt es:

„Die Generalsynode fordert Behörde und Gericht auf, ausgestellte Taufscheine oder Mitgliedschaftsbestätigungen (bei Übertritt von einer anderen christlichen Konfession), Bestätigungen über den Besuch des Taufunterrichts, seelsorgliche Gutachten und Zeugenaussagen von PfarrerInnen als voll gültige Bestätigungen einer aufrichtigen Konversion anzuerkennen und als Beweismittel zu würdigen.“

Der Beschluss dieser Resolution erfolgte im Anschluss an die 30-Jahr-Feier des Diakonie Flüchtlingsdienstes in Anwesenheit von Mitarbeiterinnen der ersten Stunde, allen voran Pfarrerin Christine Hubka und Dr. Gertrude Hennefeld.

Resolution der Generalsynode zu Asyl und Konversion

Diakonie-Adventkranz an Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi übergeben

Der Wichern Adventkranz wurde letzte Woche von den diakonischen Einrichtungen Tirols (#JohanniterUnfallHilfeTirol, #DiakonischerVerein, #DiakoniewerkTirol und dem #DiakonieFlüchtlingsdienst) gemeinsam mit dem Superintendenten Olivier Dantine und Pfarrer Werner Geißelbrecht auch dem Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi übergeben. Dabei gab es auch die Gelegenheit aktuelle soziale Themen zu besprechen. Nähere Infos zur Geschichte des Adventkranzes: https://diakonie.at/der-adventkranz-eine-erfindung-der-diak…

Evangelische Jugend begleitet digital durch den Advent

Online-Adventkalender der EJÖ – „AdventureMails“ von EJOÖ

Wien (epdÖ) – Zum 14. Mal begleitetet die Evangelische Jugend Österreich (EJÖ) digital durch den Advent. Am Sonntag, 1. Dezember, öffnet auf der Website www.ejoe.at der Online-Adventkalender der EJÖ sein erstes Türchen – „heuer mit adventlich andächtigen und stimmungsvollen Beiträgen, die viele Leute aus der EJÖ und rundherum anhand ihrer Lieblingsweihnachtslieder für die Websitebesucher vorbereitet haben“, wie EJÖ-Referent Joachim Hoffleit schildert. Die Bandbreite reiche dabei von „ganz modern bis klassisch“.

Alle Jahre wieder versendet auch die Evangelische Jugend Oberösterreich „AdventureMails“. Wer sich für den Mailverteiler anmeldet bekommt an den 24 Tagen im Advent tägliche „Impulse zum Betrachten, Verweilen und Besinnen“. Die Mails sollen eine Inspiration sein „für das Wesentliche, Alltägliche und wirklich Wichtige im Leben“, sagt Monika Graf, Organisationsreferentin der EJOÖ. Anmeldungen sind unter m-graf@aon.at möglich.

Chalupka und Bedford-Strohm verurteilen Glaubensprüfungen bei Asylsuchenden

Bischöfe aus Österreich und Bayern orten Einmischung in Angelegenheiten der Kirchen

Bamberg/Wien (epdÖ) – Seine Besorgnis darüber, dass asylsuchenden Konvertiten in Österreich vermehrt die Glaubwürdigkeit des Glaubensübertritts abgesprochen wird, hat der evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka zum Ausdruck gebracht. Vor den Mitgliedern der Synode der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) kritisierte Chalupka am Montag, 25. November, in Bamberg die Praxis von „Glaubensprüfungen“ und die Unterstellung von „Scheinkonversionen“ in Asylbescheiden:

„Damit wird entweder das einer Zulassung zur Taufe zugrundeliegende Urteil des jeweiligen Pfarrers oder der jeweiligen Pfarrerin als nicht relevant abgewiesen. Oder aber es wird insinuiert, der Pfarrer oder die Pfarrerin hätte an der unterstellten ‚Scheinkonversion‘ mitgewirkt“,

Dadurch würden die geistlichen Amtsträgerinnen und Amtsträger „in Misskredit gebracht“. Die Evangelische Kirche A. und H.B. in Österreich jedenfalls lehne „sowohl die Durchführung von Glaubensprüfungen als auch die Beurteilung der Aufrichtigkeit der inneren Überzeugung von Konvertiten durch Behörde oder Gericht als staatliche Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Kirche ab“. Chalupka war als Vertreter der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich zur Herbsttagung der Synode der bayrischen Landeskirche nach Bamberg eingeladen worden.

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