Der Brunnen wiedereröffnet

Gesprächsraum im Innsbrucker Einkaufstezntrum DEZ wurde renoviert

Innsbruck (epdÖ) – Nach einer umfassenden Renovierung präsentiert sich die ökumenische Gesprächs- und Beratungseinrichtung „Der Brunnen“ im Innsbrucker Einkaufszentrum DEZ in neuem Gewand. Die Wiedereröffnung wurde am Mittwoch, 7. Jänner 2026, in einer ökumenischen Feier mit dem evangelischen Superintendent Olivier Dantine und dem römisch-katholischen Diözesanbischof Hermann Glettler begangen. Vertreter des DEZ sowie zahlreiche Gäste wohnten der Feier bei.

Als einen „Ort der Stärkung und der Begegnung“ bezeichnete Dantine die Einrichtung in seiner Andacht und verwies auf die Bibel, wo „Wasserquellen und Brunnen immer wieder eine wichtige Rolle spielen“. Dort lese man von frischem Wasser als „Wasser des Lebens“, also „im Sinn einer geistigen und geistlichen Stärkung in spiritueller Not genauso wie auch als leibliche Stärkung ganz wörtlich als Durststillung“. Dabei sei wesentlich, dass jeder willkommen gewesen sei – unabhängig davon, „ob man dieses Wasser auch verdient hat“, betonte Dantine.

Diese Haltung sei auch hier und heute Grundlage der Seelsorge: „Ein Brunnen, an den jeder kommen kann, um sich zu stärken. Wasser zum Trinken, Wasser des Lebens für die geistliche Stärkung. Alle sind willkommen“, unterstrich der evangelische Superintendent. Wer die Räumlichkeiten des „Brunnen“ aufsuche, dürfe sich Stärkung erwarten, eine „bedingungslose Barmherzigkeit in einer oft erbarmungslosen Welt, in einem oft sehr fordernden Alltag. Das macht diesen Ort zu einem guten Ort.“

Seit 2002 anonym, vertraulich, kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar

Die Renovierung, die in den vergangenen Monaten durchgeführt wurde, brachte eine deutliche Verbesserung der Raumstruktur, heißt es in einer Aussendung der römisch-katholischen Diözese. Der Eingangsbereich sei großzügiger und zugleich geschützter gestaltet worden, um den ersten Kontakt zu erleichtern. Hier können Besuchende einfach eine kurze Pause einlegen – und das sogar an einem neuen Trinkbrunnen. Vom Eingangsbereich geht es zum „Raum der Stille“ und zum Gesprächsraum.

Rund 40 ehrenamtlich Mitarbeitende bringen Kompetenzen aus Bereichen wie Lebens- und Sozialberatung, Psychotherapie, Seelsorge und Pädagogik ein. Die Räumlichkeiten werden von Einkaufszentrum DEZ weiterhin unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

„Der Brunnen“ ist seit seiner Gründung im Jahr 2002 ein ökumenisches Projekt der katholischen und evangelischen Kirche. Das Angebot ist – unabhängig von jeglicher Religionszugehörigkeit – anonym, vertraulich, kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar. Wenn im Gespräch deutlich wird, dass weiterführende Hilfe notwendig ist, vermittelt das Team zu passenden Fachstellen.

Geöffnet ist „Der Brunnen“ Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr, Samstag von 10 bis 17 Uhr.

Informationen: www.der-brunnen.at

Verein „teilweise“ ausgezeichnet

Diakoniepreis für Projekt „Gesundheitskompetentes Jugendzentrum im Stadteil“

St. Pölten (epdÖ) – Im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst der Synode am Sonntag, 7. Dezember, in der Evangelischen Kirche St. Pölten wurde der Diakoniepreis 2025 verliehen. „Kirche ist wesentlich diakonisch“, erinnerte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser an die Grundsatzerklärung der Generalsynode zu Diakonie. Mit der Vergabe des Diakoniepreises, den auch heuer wieder in der Gesamthöhe von 10.000 Euro die ERSTE BANK gestiftet hat, soll das diakonische Engagement der Evangelischen Kirchen in Werken und Einrichtungen sowie insbesondere in Pfarrgemeinden „sichtbar gemacht und gewürdigt“ werden, sagte Moser und erklärte: „Unsere Wertschätzung gilt allen, die für den Diakoniepreis eingereicht haben und einen wesentlichen Beitrag zum diakonischen Wirken unserer Kirche leisten.“

Der 1. Preis geht heuer an „teilweise. Evangelischer Verein zur Förderung Offener Jugendarbeit im Salzburger Süden“. Ausgezeichnet wurde der Verein für das Projekt „Gesundheitskompetentes Jugendzentrum (JUZ) im Stadtteil“ mit einem Preisgeld von 6.000 Euro. Der Verein wird „wesentlich von Freiwilligen getragen“, sagte Moser und würdigte die „höchst engagierte Arbeit in einem dreifach wesentlichen Bereich – Jugend, soziale Benachteiligung und Ausschluss, Gesundheit“. Angesprochen werden von dem Projekt Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, viele davon mit Migrationshintergrund, aus sozial benachteiligten Familien und marginalisierte Gruppen. Durch gemeinsame Aktivitäten wird versucht, umfassende Gesundheitskompetenz zu vermitteln, von der Ernährung, über Suchtprävention, Sport und Bewegung, bis hin zu psychischer Gesundheit und vieles mehr.

Cornelia Richter zur Bischöfin gewählt

Wien, 23. Mai 2025 – Die Evangelische Kirche A.B. in Österreich hat ihre Synode an einem ungewöhnlichen Ort eröffnet: im Turnsaal des Evangelischen Realgymnasiums Donaustadt. Für viele mag das ein überraschender Rahmen sein – doch für die Präsidentin der Synode, Ingrid Monjencs, ist genau dieser Ort ein Zeichen. Ein Turnsaal sei Raum der Bewegung, des Trainings und der Kraft. Und vielleicht, so wurde auch augenzwinkernd angemerkt, passt das ganz gut zur Kirche: Auch sie müsse sich heute neu ausrichten, Kraft tanken, beweglich bleiben. Wer daran denkt, dass auch Jesus nicht im Palast, sondern im Stall geboren wurde, erkennt vielleicht: Würde liegt manchmal im Einfachen.

Was auf der Synode besprochen wurde

Mit einer Andacht von Thomas Urbas wurde die Synode eröffnet – im Zentrum stand die Frage: Wer erwählt eigentlich den Bischof oder die Bischöfin? Die Antwort: Nicht Gremien oder Menschen allein, sondern der Heilige Geist. Passend dazu erklang das Lied »Atme in uns, Heiliger Geist«.

Noch-Bischof Michael Chalupka, der Ende 2025 aus seinem Amt scheidet, blickte in seinem Bericht auf Projekte seiner Amtszeit zurück. Besonders das Programm Aus dem Evangelium leben (AEL), das in diesem Jahr zu Ende geht, war Thema: Was hat dieses Projekt der Kirche gebracht, was kann bleiben, was sollte sich ändern? Auch strukturelle Fragen wurden angesprochen: Wie kann die Finanzierung der Kirche gerechter werden? Wie können kleine, oft finanzschwache Gemeinden weiter bestehen, ohne den Pfarrer oder die Pfarrerin zu verlieren? Patrick Todjeras, Mitglied der Arbeitsgruppe zum Finanzausgleich, betonte die Wichtigkeit von Transparenz und Fairness.

Auch ein Blick über die Grenze wurde gewagt: Caroline von Hohenbühel, Kuratorin der Evangelischen Gemeinde Bozen, berichtete von der Situation der Evangelischen in Italien. Dort seien die finanziellen Herausforderungen ähnlich. Die sogenannte „Otto per mille“-Steuerzuweisung, früher ein wichtiges Standbein, bringe heute weniger Mittel. Hoffnung bestehe dennoch – besonders durch internationale Unterstützung, etwa von der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland), die derzeit Pfarrer für vier deutschsprachige Gemeinden in Italien entsendet.

Die neue Bischöfin wurde gewählt

Am selben Tag stand auch die Wahl der neuen Bischöfin an. Die Kandidatin: Prof. Dr. Cornelia Richter, systematische Theologin aus Bonn mit Schwerpunkt auf der Frage, wie Menschen schwere Lebenskrisen bewältigen können. Seit 2022 ist sie in Bad Goisern als ordinierte Pfarrerin im Ehrenamt tätig. In ihrer Vorstellungsrede sprach sie von einem Bischofsamt, das geistlich, kommunikativ und repräsentativ zugleich sei. Das Evangelium müsse fröhlich und mutig verkündet werden – quer durch alle Gemeindetypen hindurch.

Sie betonte die Notwendigkeit von Transparenz und Konfliktfähigkeit. Kirche sei kein Unternehmen – aber Erfahrungen aus der Universitätsleitung in Bonn bringe sie diesbezüglich mit. „Dass das Werkl rennt“, sei auch im kirchlichen Kontext wichtig – genauso wie Bodenhaftung: Nicht alles solle am Reißbrett in Wien entschieden werden, sondern vor Ort. Der erwartbare Rückgang an Mitgliedern sei kein Grund zur Resignation: „Kirche ist keine Verlustgeschichte, sondern ein Ort der Veränderung und der Hoffnung“, sagte sie. Strukturwandel sei eine große Chance. 

Ihre Rede begann mit spürbarer Nervosität, nahm dann aber rasch Fahrt auf. Auch in der anschließenden Fragerunde zeigte sich Richter souverän und gut vorbereitet. Die Stimmung im Plenum: konstruktiv. Das Ergebnis war eindeutig: Mit 64 Ja-Stimmen und vier Gegenstimmen wurde Cornelia Richter zur neuen Bischöfin der Evangelischen Kirche A.B. gewählt. Der Applaus war lang, die Erleichterung spürbar – und die Freude groß.

(Autor: Thomas Müller)


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Tiroler Adler Orden in Gold an Michael König verliehen

Einsatz für die Diakonie gewürdigt

Am 9. Mai wurde Michael König, Mitglied der Geschäftsleitung des Diakoniewerkes Gallneukirchen für seinen Einsatz für die Diakonie in Tirol von der Tiroler Landesregierung mit dem „Tiroler Adler Orden in Gold“ ausgezeichnet. In der Begründung heißt es:

„Wer ein soziales Netz spinnen will, braucht mehr als Fäden – derjenige braucht Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen und den Blick für das Gemeinsame. Mit Geduld und Klarheit hat Michael König ein solches Netz für Tirol geknüpft – stark genug, um zu halten, fein genug, um auf niemanden zu vergessen.
Seit 2014 trägt er als Mitglied der Geschäftsleitung Verantwortung für die Einrichtungen des Diakoniewerks in Tirol. Mit besonderem Engagement widmete er sich der Weiterentwicklung der Behindertenhilfe: Bestehendes wurde modernisiert, Neues geschaffen – immer mit dem Ziel, Menschen mit Behinderungen ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Auch sein Einsatz für Kinder und Jugendliche zeigte sich besonders eindrucksvoll: Als die Schließung der sogenannten EULE-Therapiestandorte drohte, war es sein beherztes Handeln, das Kindern mit Entwicklungsstörungen und betroffenen Familien neue Perspektiven schenkte.
Er steht für eine Gesellschaft, die niemanden zurücklässt. Für seinen langjährigen Einsatz, für sein feines Gespür und seine Ausdauer in sozialen Fragen, wird Michael König mit dem Tiroler Adler-Orden in Gold geehrt. Eine Auszeichnung für einen Herrn, der das soziale Netz Tirols nicht nur nachhaltig gestärkt, sondern auch menschlicher gemacht hat.“

Glückwünsche kamen unter anderem von Superintendent Olivier Dantine, er zeigte sich erfreut über die Auszeichnung:

„Sie gilt zum einen einer großartigen Persönlichkeit. Ich erlebe Herrn Michael König als einen höchst engagierten Menschen, der vom christlichen Menschenbild ausgehend stets Augen und Ohren offenhält, um Bedarfe für diakonische Handlungsfelder zu erkennen. Mit seiner beharrlichen und gleichzeitig freundlichen Art hat er schon viele Projekte initiiert. Zum anderen ist diese Verleihung ein schönes Zeichen der Anerkennung des Landes Tirol für die diakonische Arbeit insgesamt. Dass in einem Bundesland, in dem die Evangelischen eine sehr kleine Minderheit sind, das Diakoniewerk und auch andere Mitgliedsorganisationen der Diakonie Österreich eine immer größere Rolle im sozialen Netzwerk spielen, zeugt vom großen Vertrauen, das das Land Tirol der Diakonie entgegenbringt.“

Abschied von Dipl.-Päd. Uli Jung

Cornelia Richter nominiert

Gemeinsam und gut vernetzt in die Zukunft

Austausch zum Religionsunterricht in der Bildungsdirektion Tirol

Am 21. November 2024 fand das jährliche Austauschtreffen zwischen den Fachinspektor:innen Religion und den Verantwortlichen der Bildungsdirektion Tirol in der Diözesanaula in Innsbruck statt.
Bildungsdirektor Paul Gappmaier, Präsidialleiter Reinhold Raffler und der Leiter des Pädagogischen Dienstes Werner Mayr hoben in ihren Eingangsstatements die Bedeutung des offenen und guten Austauschs hervor, der ein ehrliches Ansprechen auch von sensiblen Themen möglich mache. Die Rahmenbedingungen an den Schulen würden durch die wachsende Heterogenität nicht nur im Bereich der Religionen an den Schulen schwieriger. Hier gelte es, den Blick auf die Gemeinsamkeiten in der Unterschiedlichkeit zu richten und der Vielfalt mit Respekt zu begegnen. Der Religionsunterricht bringe immer wieder einen Rundum- und Weitblick in die schulische Bildungslandschaft ein, wofür seitens der Bildungsdirektion ausdrücklich gedankt wurde. Die Schulqualitätsmanager:innen sprachen u.a. auch über den Beitrag des Religionsunterrichts für die Schulkultur und die Demokratiebildung.

Ausbau von Kooperationen

Die Vielfalt der Religionen zeigte sich wie der bunte Blumenstrauß in der Saalmitte auch in der Anwesenheit der Fachinspektor:innen der verschiedenen Kirchen und Religionsgesellschaften. Im Zentrum der Begegnung stand das Von- und Miteinander-Lernen aus den verschiedenen Perspektiven auf den schulischen Religionsunterricht heraus. Samir Redzepovic (FI Islam) brachte ein positives Feedback zum niederschwelligen Austausch von Lehrpersonen im Rahmen von gemeinsamen Fortbildungen ein. Peter Pröglhöf (FI evangelisch) stellte in seinem Impulsreferat verschiedene Formen bereits gelebter und möglicher künftiger Kooperationen dar. Von einer wachsenden Schüler:innenzahl berichtete der orthodoxe Fachinspektor Pashalis Archimandritis. Neu im Amt als Fachinspektorin für die buddhistische Religionsgesellschaft wurde Ingrid Köfler begrüßt. Für die Katholische Kirche nahmen die Fachinspektor:innen der Diözese Innsbruck als auch der Erzdiözese Salzburg teil, welche die Schulen im Tiroler Unterland betreuen. Neben den rechtlichen Grundlagen für die Weiterentwicklung des Religionsunterrichts, die von Cornelia Cassan-Juen vorgestellt wurden, verwies Elisabeth Hammer auf die Punkte, die bei der Erstellung der Kinderschutzkonzepte aus der Sicht des Religionsunterrichts mitzudenken seien.
Im Anschluss an die gelungene Veranstaltung gingen die Gespräche bei einem gemeinsamen Mittagessen in gemütlicher Atmosphäre weiter.

Elisabeth Hammer

Synode und Generalsynode konstituiert

Salzburg und Tirol durch 7 Synodale vertreten

Am 20. Juni hat sich im Wiener Kardinal-König-Haus die Synode der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich und die Generalsynode der Evangelischen Kirche A.u.H.B: konstituiert. Die Synoden sind die höchsten gesetzgebenden Gremien der Evangelischen Kirchen in Österreich. Schwerpunkt der konstituierenden Sitzungen sind Wahlen in den Oberkirchenrat und in die Ausschüsse und Kommissionen der Synoden.

Salzburg und Tirol wird in den Synoden vertreten durch (auf dem Bild von links nach rechts): Pfarrer Thomas Müller (Kufstein), Kurator Erich Klemera (Innsbruck-Auferstehungskirche), Superintendent Olivier Dantine, Kuratorin Sabine Aschauer-Smolik (Saalfelden), Superintendentialkurator Christiaan Van den Berge, Philipp Böhm (Salzburg Matthäuskirche), Pfarrer Wilfried Fussenegger (Salzburg-Nördlicher Flachgau).

Christ und Welt