Konfi-Zukunftstag: Evangelische Kirche setzt auf neue Wege
Weniger Kindertaufen, demografischer Wandel und veränderte Lebenswelten verlangen neue Konzepte. Beim Konfi-Zukunftstag in Salzburg zeigte sich, wie die evangelische Kirche ihre Jugendarbeit neu aufstellt.
Salzburg – Wöchentlicher Konfirmandenunterricht oder eine Woche auf einer Burg? Jede Pfarrgemeinde für sich oder mehrere gemeinsam? Beim Konfi-Zukunftstag am 10. Oktober in der Salzburger Christuskirche diskutierten Haupt- und Ehrenamtliche über die Zukunft der Konfirmandenarbeit. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Evangelischen Jugend Salzburg-Tirol gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern.
Die Herausforderungen sind beträchtlich: Sinkende Geburtenzahlen, weniger Kindertaufen und veränderte Lebenswelten erfordern neue Ansätze. Zugleich stellt sich die Frage, wie die Kirche Jugendliche erreichen kann, die nicht getauft wurden. Internationale Studien der Universität Tübingen zeigen, welche Bedeutung Gemeinschaftserfahrungen, persönliche Beziehungen und Mitgestaltung für gelingende Konfirmandenarbeit haben.
Salzburg-Tirol geht neue Wege. Zahlreiche Pfarrgemeinden setzen auf ein gemeinsames Konfi-Camp auf der Burg Finstergrün. Dort erleben Jugendliche Glauben und Gemeinschaft. Anschließend kehren sie in ihre Gemeinden zurück, beteiligen sich an Workshops und Projekten und lernen das kirchliche Leben vor Ort kennen.
Die Erfahrungen sind ermutigend: In Kufstein und Kitzbühel ist der Anteil der eingeladenen Jugendlichen, die das Angebot tatsächlich annehmen, merklich gestiegen. Die Rückmeldungen fallen ausgesprochen positiv aus.
Das Konzept überzeugt ebenso organisatorisch. Wo mehrere Pfarrgemeinden zusammenarbeiten, lassen sich Aufgaben verteilen und personelle Engpässe leichter bewältigen. Krankenstände, Karenzen und unbesetzte Pfarrstellen gefährden damit nicht zwangsläufig die gesamte Konfirmandenarbeit.
Beim Zukunftstag wurden unterschiedliche Modelle verglichen, Erfahrungen ausgetauscht und neue Perspektiven entwickelt. Der Austausch erwies sich als voller Erfolg. Eine zentrale Erkenntnis: Das eine ideale Konfi-Modell gibt es nicht. Künftig werden unterschiedliche Konzepte nebeneinander bestehen, angepasst an die jeweiligen regionalen Voraussetzungen.
Salzburg-Tirol nimmt dabei eine bemerkenswerte Rolle ein. Die Region zeigt, wie gemeindeübergreifende Zusammenarbeit neue Möglichkeiten eröffnet und junge Menschen für Kirche und Glauben gewinnen kann. Die Konfirmandenarbeit der Zukunft entsteht dort, wo Gemeinden bereit sind, vertraute Strukturen zu hinterfragen und gemeinsam neue Wege zu gehen.
Autor: Thomas Müller

Evangelische Jugend in Österreich