Evangelisch in Salzburg

1500
Schon zu Beginn der Reformation drangen die Gedankengänge Luthers auch in  Fürstentum Salzburg ein und fanden hier eine zahlreiche Anhängerschaft. Wesentlichen Anteil an der Verbreitung der neuen Glaubensauffassung hatte der aus Schwaben stammende Paul Speratus, der in der Franziskanerkirche im lutherischen Sinne predigte und großen Zulauf hatte.

Erst als Matthäus Lang, der bis dahin im diplomatischen dienst Kaiser Maximilians I. stand, sein neues Amt als Erzbischof von Salzburg antrat, wurde Speratus aus dem Land verwiesen. Der Erzbischof hatte jedoch Mühe, sich gegen aufständische Bauern und Bürger, die allesamt dem Luthertum anhingen, zu behaupten.

1580
Unter Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, der zunächst ebenfalls scharf gegen die Protestanten vorging und erst später vor allem aus wirtschaftlichen Erwägungen seinen Standpunkt änderte, verließen eine Reihe angesehener Bürgerfamilien aus Glaubensgründen Salzburg.

1600
Obwohl auch die nachfolgenden Salzburger Landesherren bemüht waren, den Protestantismus im geistlichen Fürstentum auszurotten, hatte er sich trotz aller Verbote besonders in den Gebirgsgegenden, wo sich die Bauern heimlich zu andachten und dem Lesen der Bibel versammelten, noch lange erhalten.

1700
Erst als unter den Erzbischöfen Max Gandolf und Leopold von Firmian bekannt wurde, wie weit die lutherische Lehre in bäuerlichen Kreisen verbreitet war, kam es zu unerbittlichen Verfolgungen.

1731
Die Bemühungen der Bauern, die sich nun öffentlich zur „Augsburgischen Religion“ bekannten, um Gewährung freier Religionsausübung schlugen fehl, und so kam es in den Jahren 1731/32 zu ihrer Ausweisung.

Etwa 22.000 Protestanten mussten damals ihre Salzburger Heimat verlassen. Die meisten von ihnen wanderten nach Ostpreußen, wo ihnen der preußische Kurfürst Friedrich Wilhelm Aufnahme und Zuflucht bot. Ein kleiner Teil siedelte sich auch in Holland und Georgia in den Vereinigten Staaten an.

1800
Eineinhalb Jahrhunderte lang gab es dann im land Salzburg kein protestantisches leben mehr. Inzwischen war jedoch das geistliche Fürstentum säkularisiert und der Österreich-Ungarischen Monarchie eingegliedert worden.

1850
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts hatten sich evangelische Kaufleute aus Württemberg und Bayern in der Stadt Salzburg angesiedelt, die sich bald zu einer evangelischen Gemeinde zusammengeschlossen hatten. Sie wurde zunächst von Oberösterreich aus betreut, und evangelische Gottesdienste fanden vorerst im Schloss Leopoldskron, im Gärtnerhaus des Schlosses Mirabell und im Rathaussaal statt.

1863-67
Schließlich konnte in den Jahren 1863-68 das erste evangelische Gotteshaus in Salzburg, die "Christuskirche" errichtet werden. Sie wurde von J. Götz im Stil des Historismus erbaut und nach dem Zweiten Weltkrieg von Albert Birkle mit schönen Glasfenstern versehen. Erster Pfarrer der Evangelischen Gemeinde wurde der aus Coburg stammende Geistliche Heinrich Aumüller.

1900
Starken Zuwachs erhielt die Gemeinde durch die Los-von-Rom-Bewegung und 1950 nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Zuzug der Siebenbürger-Sachsen.

Dr. Lieselotte von Eltz

Evangelische Superintendentur Salzburg-Tirol

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