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Glauben lernen — evangelisch, katholisch, konfessionsverbindend
Familien gestalten sich heute vielfältig: zu den einen gehören Vater, Mutter und Kind(er), bei anderen wohnt der Papa woanders oder die neue Lebenspartnerin ist mit ihrem Kind eingezogen. Manche haben keinen Fernseher, in anderen Familien gibt es zwei oder drei…
Vielfalt kennzeichnet nicht nur heutiges Familienleben, sondern auch das religiöse Leben in Familien
So gibt es Paare, die nicht der gleichen Konfession angehören oder bei denen ein Partner einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft angehört. Wenn Kinder „kommen“, stellen sich für viele wichtige Fragen (neu und vielleicht auch anders als vorher): Soll unser Kind getauft werden? Und in welcher Kirche? Wie wollen wir es mit „Religion“ in unserer Familie halten? Gehen wir in „deine“ Kirche oder in „meine“? Oder gar nicht, weil es für die Kinder meistens langweilig ist? Oder weil ich auch ohne Kirche glauben kann?
Vieles an religiöser Erziehung ist konfessionsunabhängig
Die meisten Eltern — egal, wie ihr formales Religionsbekenntnis lautet — wollen ihren Kindern mitgeben, dass es Gott gibt, dass Glaube Halt im Leben gibt, vor allem, wenn es schwierig wird. Und sie wollen auch, dass ihre Kinder beten lernen und die ethischen Grundsätze des Christentums kennen und danach handeln. Dies gilt für katholische wie evangelische, aber auch konfessionslose Eltern.
Vieles an religiöser Erziehung ist ohnehin konfessionsunabhängig: das Erzählen biblischer Geschichten, Abend- und Tischgebete, das Feiern in der Familie, die vielen Gespräche anlässlich religiöser Fragen von Kindern. — “Wo ist die (verstorbene) Oma jetzt? Gibt es einen Himmel für die Katzen? War Jesus katholisch oder evangelisch? Was bedeutet ‘Amen’?” Für viele ist auch das Leben des Glaubens in Gemeinschaft mit anderen Christ/innen wichtig, also die konkrete Gemeinde. Ökumenische Gottesdienste und eigene Kinder- oder Familiengottesdienste sind gerade für konfessionsverbindende Familien wichtig und hilfreich. Jüngere Kinder gehen meist nicht gerne an Orte, an denen sie stillsitzen und ruhig sein müssen. Wenn sie im Gottesdienst andere Kinder treffen oder Menschen, die sie kennen und mögen, sind sie doch zu motivieren. Ältere Kinder und Jugendliche entscheiden sich nicht aus theologischen Gründen, an einem Angebot der Kinder- und Jugendarbeit teilzunehmen, sondern auch deshalb, weil sie dort ihre Freund/innen treffen.
Dr.in Silvia Arzt (Religionspädagogin an der Universität Salzburg)
Buchtipp
Werner Tiki Küstenmacher: Tikis Evangelisch-Katholisch-Buch, Calwer Verlag 2009, 32 Seiten, ab € 6,95, (ISBN: 3-7668-4104-9) |
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