Dorothea Mernyi: Die Geschichte der Evangelischen Frauenarbeit in Österreich (1936-2003)
Endlich ist sie aufgeschrieben worden: Die Geschichte der Evangelischen Frauenarbeit in Österreich (EFA).
Dorothea Mernyi und Inge Schintlmeister haben das Archiv der Geschäftsstelle in der Wiener Blumengasse ordentlich auf den Kopf gestellt, Daten recherchiert, Bilder gesichtet und Protokolle gelesen. Wie das eben so ist mit der Erinnerung: oft ist sie vage und schwer zu fassen. Immer wieder mussten auch Zeitzeuginnen befragt werden, ehe sich gesicherte Daten finden ließen und ein abgerundetes Bild entstehen konnte.
Die Frauenarbeit war schon von Anfang an am Puls der Zeit, hat gesellschaftliche Tendenzen aufgegriffen und Widerstand geleistet.
Begonnen hat es mit einem Paukenschlag, als die erste Direktorin, Helga Hartmann, es im Jahr 1939 kategorisch ablehnte, dass sich die Frauenarbeit der Nationalsozialistischen Wohlfahrtsorganisation anschloss. Dieser Widerstand, die Parteinahme für die Schwachen der Gesellschaft, die Stärkung und Ausbildung von Frauen, zieht sich wie ein roter Faden durch alle Aktivitäten der EFA. Ob Flüchtlingsarbeit in der Nachkriegszeit, Diakonische Singwochen (mit praktischem Hilfsdienst bei Behinderten und Alten), Begegnungen mit Frauen hinter dem Eisernen Vorhang oder Hilfe im Kriegsgebiet im ehemaligen Jugoslawien, feministische Theologie oder interreligiöser Dialog, die Frauenarbeit hat gesellschaftliche Veränderungen seismographisch erfasst und ihren Beitrag in Kirche und Gesellschaft mit vollem Einsatz geleistet. Immer fest verankert in die Aktivitäten der EFA waren die entwicklungspolitische Arbeit der Aktion „Brot für Hungernde“ und die ökumenische Vorreiterrolle im Rahmen des Weltgebetstages der Frauen.
Wer dieses umfangreiche Werk, das mit vielen Fotos illustriert ist, aufmerksam liest, kann stolz auf die Arbeit der evangelischen Frauen sein. Sie sind nicht nur ein Wisch- und Putzkommando, das an den Sonntagen die Kirche schmückt und für Kaffee und Kuchen bei Gemeindeveranstaltungen sorgt, sondern sie sind eine – auch theologisch gut ausgebildete – Mehrheit in unserer Kirche, denen deren Zukunft am Herzen liegt.
Barbara Guliman
Bestellungen bei der Evangelischen Frauenarbeit in Österreich, Tel: 01/4089605 oder Mail an frauenarbeit.oe@evang.at. Spenden ab € 5,50 werden erbeten!
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