Begegnung und Dialog statt Angst und Vorurteile
Beim Wort Islam denken viele Menschen an unterdrückte Frauen mit Kopftüchern und Minarette. Über 50% der ÖsterreicherInnen fürchten sich laut einer aktuellen Umfrage vor einer Überfremdung durch den Islam.
Angst zu haben entspricht aber nicht unserem christlichen Glauben. Andere Menschen zum Feindbild zu machen auch nicht. Es gibt seit jeher eine Strategie, sich der Angst zu stellen und Vorurteile abzubauen: mit den anderen zu reden, den anderen kennen zu lernen.
Deshalb war es mir schon lange ein Anliegen, eine Begegnung mit Muslimen herbeizuführen.
Mag.a. Mevlida Mesanovic erklärt die Moschee
Auf dem Frauentag unserer Superintendenz am 24. April war es dann soweit. 50 Frauen aus evangelischen Pfarrgemeinden in Salzburg und Tirol fanden sich in den Räumen der bosnischen-islamischen Gemeinschaft ein und erfuhren dort etwas über die Grundlagen des Islam und das muslimische Leben in Österreich. Für viele der Frauen war es sicherlich das erste Mal, dass sie einen muslimischen Gebetsraum betraten. Am Nachmittag zeigte uns Frau Mag.a Aida Tuhcic anhand einiger Stellen im Koran, dass im Islam die Frau die gleichen Rechte und die gleiche Verantwortung von Gott übertragen bekommen hat, und es nur die verschiedenen Traditionen in muslimischen Ländern sind, die zu einer Benachteiligung der Frau führen. Sie selber versucht durch Aufklärungsarbeit die muslimische Jugend (junge Frauen und Männer) in diese Richtung der Gleichberechtigung zu bilden.
Wir haben Neues erfahren an diesem Tag, am meisten hat viele von uns die Begegnung mit den beiden jungen Musliminnen beeindruckt: Sie haben uns mit Engagement ihren Glauben vorgestellt, es war aber deutlich zu spüren, dass sie offen sind für andere. Und es war klar: auch wenn sie Kopftuch tragen, sie sind selbstbewusste, moderne Frauen!
Pfarrerin Mag. Barbara Wiedermann
Evangelische Frauenarbeit Salzburg/Tirol
