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Frauentag 2011
der Evangelischen Frauenarbeit Salzburg/Tirol  


Die Strafe beginnt jeden Tag von neuem…
Frauen im Gefängnis
 
Samstag, 30. April 2011
9.30 bis 16.30 Uhr
Wörgl
 
 
 
 
Frauen hinter Gittern –

das ist ein Thema, dem wir uns nicht gerne stellen. Und doch wollen wir an diesem Tag hinschauen auf tragische Lebensgeschichten, wo vielleicht Taten der Verzweiflung dazu führten, dass Frauen – oft auf Jahre hinaus – in eine Justizanstalt eingewiesen werden.
 
Unsere Referentin wird uns über den Alltag im Gefängnis, über die Hoffnungen und Sehnsüchte, die Einsichten und die Verbohrtheiten der Insassinnen erzählen und unsere Fragen dazu beantworten.
 
Wie schwer es ist, sich nach der Haft im täglichen Leben wieder zurechtzufinden und zu bewähren, wird ein weiteres Thema des Tages sein.
 
Außerdem wird sich eine Gruppe einer besonderen Form der Haft widmen - der Schubhaft. Eine Frau, die schon jahrelang Häftlinge in der Schubhaft sozial und seelsorgerlich betreut, wird über ihre Erfahrungen berichten.
 
Wir wollen uns an diesem Tag einlassen auf die Probleme von Frauen, von denen wir oft glauben, dass wir nichts mit ihnen zu tun haben.
Wir wollen uns einlassen auf Armut, Ausgrenzung und Unterdrückung, auf Abhängigkeit und Sucht, auf Verzweiflung, Wut, Kriminalität und Bestrafung, auf Buße – und vielleicht auch auf Vergebung und Neuanfang.
 
 
Tagesablauf:
 
9.15 Uhr
Ankommen, Wiedersehen, Kennen lernen
 
9.30 Uhr        
Begrüßung
 
9.45 Uhr        
Referat: Roberta Zelenka (Deutsch- und Englischlehrerin im Frauengefängnis Schwarzau/NÖ)
 
12.00 Uhr      
Mittagessen in der Tiroler Stub´n (Drei Essen stehen zur Auswahl, die Kosten trägt jede Frau selbst)
 
13.30 Uhr      
Einstieg in den Nachmittag
 
14.00 Uhr      
Arbeit in Gruppen zu den Themen: Schubhaft, Bewährungshilfe, Schreibwerkstatt
                       
15.30 Uhr      
Gottesdienst
 
 
Anmeldung bis 18. April 2011 bei Ihrem Frauenkreis oder

die Tirolerinnen bei: Erika Schwarz, Tel. + Fax: 05263/6298, ewschwarz@gmx.at,

die Salzburgerinnen bei: Pfarrerin Barbara Wiedermann, Tel. 0699/188 77 582, wiedermann@christuskirche.at. Ab Salzburg gemeinsame Fahrt nach Wörgl mit dem Bus, Abfahrt Christuskirche ca. 7.45 Uhr, (Kostenbeteiligung 10€)
 
 
Ort der Veranstaltung:
Evang. Gemeindezentrum Wörgl, Bruder Willram Str.43, 6300 Wörgl
 
 
 

Gott, wo bist du eigentlich?
 
Ich sehe Beton und verschlossene Türen,
Eisen und vergitterte Fenster.
Ich höre Kommandostimmen und Grölen.
Und Eisentüren knallen wie Pistolenschüsse.
Ich fühle mich verlassen und kaputt.
Trocken ist mein Hals,
fettig meine Haut,
feucht sind meine Hände,
und meine Augen brennen – sie sind nie feucht.
Echtes Leben ist nicht mehr in mir.
In Heime haben sie mich gesteckt
und in Irrenanstalten –
und jetzt ins Gefängnis.
Keinen Vater gesehen,
keine Mutter gefühlt,
keine wirklichen Freunde gehabt,
kein echtes Zuhause, kein Leben.
 
Gott,
ich sehe dich nicht. Wo bist du?
Ist es wahr, was mir einer sagte:
Du bist bei denen, die vor Angst und Einsamkeit
kaputtgehen, die im Dreck liegen, die gefoltert werden,
die hinter Betonwänden und Gittern leben?
Wenn das stimmt, Gott, dann bist du auch bei mir.
Du, gib mir ein Wort, ein Zeichen, ein Gefühl,
ein bisschen Hoffnung,
damit ich das glauben kann.
 
Amen
 
(aus: Wolfgang Burgstaller, Gott im Gefängnis)