Home Magazin Angebote und Service Kirche und Struktur Glaube leben Links
Seelsorge/Beratung
Service für Ehrenamtliche
Schule und Kindergarten
Evangelisches Bildungswerk
Diakonie
Mission / EZA
Umweltarbeit
Kirche mit Kindern
Evangelische Jugend
Evangelische Frauenarbeit
Musik
Vereine und Organisationen
Ökumene
Diakonie in Tirol    Diakonie-Zentrum Salzburg    Evangelischer Flüchtlingsdienst Österreich    ENFI – Evangelisches Netzwerk für Flüchtlinge Innsbruck    Evangelischer Diakonieverein Salzburg    Bildungsangebote der Diakonie    

ENFI – Evangelisches Netzwerk für Flüchtlinge Innsbruck

Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. (3. Mose 19, 33-34)

Deutliche Worte, klare Leitlinien im Umgang mit Menschen anderer Herkunft: Die Fremden im Land nicht bedrücken, sondern behandeln wie Einheimische. Ihren Wert und ihre Würde achten. Ihnen Rechte zugestehen – das Recht auf die je eigene Art zu leben, auf Privatsphäre und auf Gemeinschaft, auf Arbeit und Bildung, auf Freude und Glück. Ihre Bedürfnisse wahrnehmen und ernst nehmen, Freuden und Sorgen einfühlsam teilen, ihnen fürsorglich zur Seite stehen.

Fremdenfreundlichkeit als Programm! Liebe, Respekt, Anerkennung des Anderen in seinem Anderssein – konsequent zu Ende gedacht und im eigenen Handeln verwirklicht. Menschlichkeit nicht als Gnade, die wir gewähren oder auch nicht, Menschlichkeit als unsere Aufgabe, unsere Pflicht. Kann uns dieses biblische Wort Orientierung sein? Motiviert es uns, die Liebe, von der wir ja oft und gern reden, auch konkret werden zu lassen im eigenen Leben? Fremde, Ausländer haben es in der Regel nicht leicht. Für Flüchtlinge gilt das besonders. Sie sind ja nicht einfach freiwillig hier. In ihrer Heimat und auf der Flucht haben sie oft mehr Leid erlebt, als ein Mensch alleine tragen kann. Sie brauchen Verständnis, Unterstützung und Schutz. Die Evangelische Diakonie engagiert sich in vielfältiger Form für Menschen auf der Flucht: In der Sozial- und Rechtsberatung, in der Unterbringung und Betreuung von Asylwerbern, in der besonderen Unterstützung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, in psychotherapeutischen Angeboten, in der Hilfe zur Integration durch Deutschkurse und Arbeitsvermittlung.

Auch in Innsbruck sind zwei Einrichtungen der Diakonie aktiv: „ANKYRA“ bietet interkulturelle, vielsprachige Psychotherapie und unterstützt damit Flüchtlinge, ihre oft traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten und wieder Vertrauen ins Leben zu fassen. Und die „Unabhängige Rechtsberatung Tirol“ hilft Asylsuchenden im Umgang mit Behörden und beim Verfassen von Rechtsmitteln. Beide Einrichtungen sind eine große Bereicherung für unsere Stadt. Beide sind notwendig und leisten großartige Arbeit, in der Rechtsberatung übrigens fast ausschließlich ehrenamtlich. Immer wieder stoßen die professionellen Helferinnen und Helfer aber auch schnell an Grenzen, wenn sie sich wünschen, ihre Klienten umfassend und nachhaltig zu unterstützen. So ist die Idee entstanden, in Innsbruck ein Evangelisches Netzwerk zu knüpfen für Menschen auf der Flucht, die bei uns Hilfe suchen. ANKYRA und die Unabhängige Rechtsberatung Tirol bringen das notwendige Know-how ein und das Wissen um konkrete Bedürfnisse und Wünsche ihrer Klienten. Unsere beiden Evangelischen Pfarrgemeinden bringen das Potential zweier großer Gemeinschaften ein.

Wir hoffen und wir sind eigentlich überzeugt, dass sich engagierte Menschen unter uns finden, die bereit sind, bei  Bedarf und auf Anfrage ganz konkret und persönlich zu helfen.
  • Eine Seniorin könnte anbieten, einmal in der Woche Flüchtlingskindern auf Deutsch vorzulesen.
  • Jemand könnte anbieten, einen Asylwerber fallweise bei Behördengängen zu begleiten und ihm damit Rückhalt zu geben.
  • Wer finanziell helfen will, könnte ein therapeutisches Angebot auf Spendenbasis unterstützen.
  • Anwälte oder Ärzte könnten anbieten, Flüchtlinge auf Anfrage im Einzelfall kostenlos zu beraten.
  • Eine Familie könnte einen oder zwei Flüchtlingskinder einmal ins Bad mitnehmen oder zu einem Ausflug in den Alpenzoo.
Möglichkeiten gibt es genug. Jetzt braucht es nur Menschen, die mitmachen möchten. Es braucht uns – unsere Menschlichkeit, unsere Zeit, unsere Phantasie. Und es braucht ein Netzwerk, um Bedürfnisse zu kommunizieren und Hilfe zu organisieren.

ENFI soll das ganze heißen: „Evangelisches Netzwerk für Flüchtlinge – Innsbruck“. Unser Ziel ist, dass sich durch stärkere Vernetzung unter uns Evangelischen zusätzliche konkrete Hilfsangebote für Menschen auf der Flucht auftun. Wir wollen uns für diese Menschen auch öffentlich stark machen. Wir möchten dabei selbst sensibler werden und unsere Horizonte erweitern. Wir wünschen uns, dass die Liebe zu Fremden und Ausländern nicht nur ein biblischer Traum bleibt, sondern dass diese Liebe konkret erlebbar und spürbar wird für Menschen hier bei uns in Tirol, die unsere Hilfe ganz dringend brauchen. Wenn Sie mitmachen möchten, wenden Sie sich bitte an Ihre jeweilige Pfarrgemeinde, schreiben Sie ein Email oder rufen Sie uns an. Wir halten Sie dann auf dem Laufenden und Sie können sich nach Ihren eigenen Vorstellungen und Möglichkeiten ganz persönlich einbringen.