Krankenhausseelsorge
Wer schon im Krankenhaus gelegen ist, weiß, wie gut es tut, Besuch zu bekommen - zumindest meistens. Und manchmal möchte man auch mit jemand sprechen, dem oder der man unbesorgt Probleme anvertrauen kann. Im Krankenbett kommt einem ja manches zum Bewusstsein, was sonst vom Alltag verdeckt ist.
Begleitung Das ist die Hauptaufgabe der Krankenhausseelsorge: Menschen verständnisvoll zuhören, sie begleiten, auch wenn es bergab geht, bereit sein, Vertrauen wachsen zu lassen - und das alles auf der Grundlage unseres Glaubens. Meist sind es einfach freundliche Plaudereien, die wir Seelsorgerinnen und Seelsorger führen, manchmal geht es um Lebensprobleme und Glaubenszweifel, um Schuld und Angst - uns kann alles anvertraut werden, und wir laufen auch nicht weg, wenn der Tod kommt. Ich bete mit dem Kranken, wenn er das will, oder ich segne ihn oder sie. Ich lasse eine Bildkarte mit einem Bibelwort da, und öfters sitze ich nachher in der Krankenhauskapelle und lege die Menschen Gott ans Herz.
"Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht," sagt Jesus unter anderem, wo es ihm um das Wichtigste im Leben geht (Matthäus 25,36). Das ist die Grundlage von Seelsorge: Ich darf davon ausgehen, dass mein Herr schon im Krankenzimmer ist, noch bevor ich hineingehe, und dass er mir im Patienten, in der Patientin begegnet.
Ehrenamtliche Die Arbeit der ehrenamtlichen Krankenhausseelsorgerinnen ist ein unentbehrlicher Bestandteil dieses Dienstes. Nach entsprechender Ausbildung und einem Praktikum werden sie von der Superintendentin beauftragt und in einem Gottesdienst in ihr Amt eingeführt. Meist gehen sie einen Nachmittag pro Woche zu den Kranken und sind dort genauso tätig wie wir Hauptamtlichen, mit denen sie sich regelmäßig zum Austausch treffen.
"Woher bekommen Sie die Kraft für Ihren schweren Dienst?" werde ich manchmal gefragt. Na, die meiste Zeit ist der Dienst nicht so schwer, wenn es auch ganz schön anstrengend ist, sich ständig auf ein anderes Gegenüber einzustellen. Aber manchmal kommt es schon dick. Da bin ich dankbar, dass ich eine recht stabile Natur mitbekommen und im Lauf des Lebens etliche Erfahrungen gemacht habe. Ich kann meine Belastungen auch mit anderen aus dem ökumenischen Seelsorgeteam teilen, und das Gebet oder ein Lauf durch die Natur hilft mir. Bei jedem Seelsorger, bei jeder Seelsorgerin ist das anders - aber wir alle sind verpflichtet, auch auf uns selbst zu schauen, sonst sind wir bald nicht mehr zu gebrauchen. Neben der Seelsorge am Krankenbett stehen wir auch Ärzten, Schwestern und Personal als Ansprechpartner zur Verfügung. Allgemein wächst ja die Überzeugung, dass Seelsorge in den Krankenhäusern wichtig ist - und nicht nur dort, habe ich den Eindruck.
Übrigens: Wenn Sie mit uns sprechen wollen, sagen Sie es einfach Ihrem Pfarrer oder Krankenschwester!
Krankheit / Heilung / Sterben in der heutigen Gesellschaft (aus: Konzept des Ökumenischen Klinikseelsorgeteams der Uni-Klinik Innsbruck)
Gesundheit / Heilung Unsere leistungsorientierte Gesellschaft, die Gesundheit als „höchstes Gut“ definiert, suggeriert uns, dass es möglich ist, bis ins hohe alter fit und attraktiv zu bleiben. Krankheit wird oft als Panne erlebt, die behoben werden muss und kann. Schwerkranke Menschen fühlen sich deshalb oft minderwertig und vom Leben der Gesunden ausgeschlossen. Ihre gesunden Anteile, ihre geistig-menschlichen Qualitäten, ihre Lebenserfahrung spielen keine Rolle mehr. Sterben und Tod werden aus dem Bewusstsein der Menschen verdrängt und dadurch umso tragischer erlebt. Durch die Konzentration auf hochspezialisierte Behandlungsmethoden gerät die Gesamtsituation der Kranken aus dem Blick. „Heilung“ meint die Wiederherstellung der Funktionstüchtigkeit des erkrankten Körpers. Diesem verengten Heilungsbegriff und dem dahinterliegenden Menschenbild stehen wir kritisch gegenüber. Wir sehen den Heilungsprozess als ganzheitliches Geschehen und vertreten einen Heilungsbegriff, der sich nicht nur auf die körperliche Funktionstüchtigkeit beschränkt. Es gilt, den Menschen in all seinen Lebensbezügen wahrzunehmen und zu unterstützen, und ihm die Zuneigung Gottes erfahrbar zu machen.
Sterben / Trauern Die idealisierende Vorstellung vom würdevollen Sterben als bewusstes Abschiednehmen im Kreise von Angehörigen und Freunden wird nur selten Wirklichkeit. Viel eher wird das Sterben zu einem Kampf gegen die Krankheit und ihre Unannehmlichkeiten oft unter unmenschlichen äußeren Bedingungen. Die Achtung vor dem Wert des Lebens prägt unsere Haltung der Solidarität mit dem Mitmenschen in seiner Krankheit und in seinem Leid. Respekt vor der Würde des sterbenden Menschen mit seiner Lebensgeschichte sensibilisiert uns für dessen wahre Bedürfnisse und Ängste, und macht uns hellhörig für seine Äußerungen. Der plötzliche Tod durch Unfall oder durch das Versagen lebenswichtiger Organe ist ein Schock für die Angehörigen und Freunde. In diesen Fällen gilt ihnen unsere besondere Sorge. Die Auseinandersetzung mit Krankheit, Sterben und Tod leitet den notwendigen Trauerprozess ein und kann dazu verhalfen, dass die Hinterbliebenen ihr eigenes Leben mit seinen Möglichkeiten bewusster gestalten. Die Pflege der Riten und Bräuche im Umfeld des Sterbens erleichtert die Einleitung dieses Trauerprozesses in einem gemeinschaftlichen Kontext und macht erfahrbar, dass der Glaube auch in dieser Lebenssituation tragen kann.
Ihre Ansprechpartner/innen in den Bezirken:
Salzburg-Stadt Pfarrer Mag. Joachim Schulte Röcklbrunnstraße 27, 5020 Salzburg Tel: 0662/872833
Oberndorf Pfarrer Mag. Klaus Niederwimmer Hopfenstraße 3b, 5111 Bürmoos Tel und Fax: 06274/40189 e-mail: evang.pfarramt-buermoos@sbg.at
Hallein Pfarrer Dr. Peter Gabriel Davisstraße 38, 5400 Hallein Tel: 06245/80628, Fax: DW 4 Mobil: 0699/18877 599 e-mail: evang.hallein@surfeu.at
St. Johann im Pongau Pfarrer Mag. Hans Spiegl Gasteiner Straße 12, 5500 Bischofshofen Tel + Fax: 06462/8337 und 0676/4206396 e-mail: Evang_Bischofshofen@aon.at
Zell am See Pfarrer Mag. Andreas Domby Schmittenstraße 35, 5700 Zell am See Tel + Fax: 06542/72365 e-mail: evang.zellamsee@sbg.at
Innsbruck und Innsbruck-Land Pfarrer Eberhard Mehl Richard-Wagner-Straße 4 6020 Innsbruck e-mail: eberhard.mehl@tilak.at
Kitzbühel Pfarrerin Mag. Gundula Hendrich Ölberg 6, 6370 Kitzbühel Tel + Fax: 05356/64404 e-mail: kitzbuehel@evang.at
Kufstein Pfarrer Mag. Karlheinz Müller Andreas-Hofer-Straße 6, 6330 Kufstein Tel: 05372/63887 und 62687, Fax: 05372/626874 e-mail: evang.kufstein@kufnet.at
Landeck und Imst Pfarrer Mag. Richard Rotter Urtlweg 30a, 6500 Landeck Tel: 05442/64245, Fax: DW 4 e-mail: richard.rotter@aon.at
Reutte Pfarrer Mag. Mathias Stieger Albert-Schweitzer-Straße 4, 6600 Reutte Tel und Fax: 05672/62710 e-mail: evkirche.reutte@netway.at
Schwaz Pfarrer Mag. Meinhard von Gierke Martin-Luther-Platz 1, 6200 Jenbach Tel + Fax: 05244/62448 e-mail: buero.evangelischekirche.jenbach@utanet.at
Evangelische Krankenhausseelsorge in Österreich
Ausbildungskurs für ehrenamtliche Klinikseelsorge in Innsbruck |