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Grüße aus Neu England
Mein Name ist Scott Cleveland und bin Pfarrer einer kleinen traditionellen evangelischen Gemeinde im Nordosten der USA. Unsere "Second Congregational Church" wurde 1843 am Ufer des Penobscot Flusses in South Brewer, Maine (nordöstlichster Bundesstaat Amerikas) gegründet.
Englische Wurzeln Unsere Vorfahren waren englische Separatisten, die um 1600 England wegen Unterdrückung von der Church of England verließen. Die daraus entstandenen "Congregationalists" lehnten die Bischöfe ab, die ihre Ortsgemeinden aus weiter Entfernung leiteten. Ihr Leitspruch war "no pastor without a parish" (Kein Pfarrer, der keine eigene Gemeinde hat). Daher waren die einzigen legitimen Pastoren die, die in einer "eigenen" Kirche tätig waren. Um es kurz zu fassen, die ersten "Congregationalists" wanderten zuerst nach Holland, dann ein Paar Jahre später nach Plymouth, Massachusetts, USA (1620) aus.
Ökumene Natürlich wissen wir, als heutige Congregationalists, dass unsere Art Gottesdienst zu halten, nicht die einzig richtige ist. Wir haben sehr gute Beziehungen mit den Baptisten, Lutheranern, Methodisten, Pfingstgemeinde, und Katholiken in der näheren Umgebung. Ich bin Mitglied unserer "Brewer Pfarrer Vereinigung", die jedes Jahr in der Fastenzeit ökumenische Gottesdienste feiert und bei vielen karikativen Aufgaben im Ort mitarbeitet.
Die Ortsgemeinde bestimmt Trotzdem bewahren wir unsere eigenständige Art der Kirchenführung, die sehr demokratisch ist. Der Name "congregationalist" heißt einfach, dass der zentrale Fokus der Kirche die Ortsgemeinde (local congregation) ist. Das heißt, die ganze Gemeinde bestimmt über jede wichtige Entscheidung. Overseers (Aufseher) und Deacons (Diakone) und ich haben etwas Freiheit, Richtlinien zu setzen, aber eigentlich ist es Christus, der durch die ganze Gemeinde spricht, was auch richtungsweisend für unsere Kirche ist. Wir glauben auch, dass Jesus Christus jeder Gemeinde alles (und alle) Notwendige gibt, um eine vollständige Gemeinde zu sein, obwohl wir zweimal jährlich gemeinsame Treffen mit anderen Congregational Kirchen veranstalten. Auch, nebenbei bemerkt, gibt es in ganz Amerika keine Kirchensteuer als Pflicht. Die Mitglieder unserer Kirchen sind vollkommen verantwortlich für den finanziellen Unterhalt des Pfarrers und die Aufgaben der eigenen Gemeinde.
Evangelisches Leben in South Brewer Zur Zeit haben wir in Brewer Second Congregational Church 75 Gemeindeglieder, ungefähr 40 besuchen auch unsere Sonntagsschule. (Anm. der Redaktion: da Kirche und Staat in den USA getrennt sind, gibt es in den öffentlichen Schulen keinen Religionsunterricht). An einem typischen Sonntagmorgen kommen ca. 70 in den Gottesdienst. Ich unterrichte jeden Sonntagmorgen auch einen Erwachsenen-Bibelkreis und meine Frau wöchentlich eine Frauen-Bibelrunde. Unsere Jugendgruppe hat ungefähr 10 Teenager. Jede Woche haben wir ein Männer-Frühstück und einen Gebetsabend. Seit letztem August bin ich Vertreter der "Congregationalists" für den Bundesstaat Maine, also bin noch dazu eine Art Pastor für Pastoren. Die Arbeit ist sehr interessant und ich lerne viele neue Leute kennen. Unsere Gemeinde würde sich freuen, Besuch aus Österreich zu bekommen. So wie in Österreich gibt es bei uns auch wunderschöne Plätze!
Scott Cleveland |
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