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Barack Obama: Ein amerikanischer Traum

Wer nun denken mag, es ist beinahe selbstverständlich, dass eine so prominente Persönlichkeit wie Barack Obama zu seiner Amtseinführung seine Familiengeschichte herausbringt, kann sich freuen: Diese Autobiographie ist schon 1995 erschienen!
Damals war Mr. Obama erst einer vergleichsweise kleinen Öffentlichkeit als erster afroamerikanischer Präsident der Harvard Law Review bekannt. Und so liest sich sein Buch aus einem ganz anderen Blickwinkel. Man wird mit hinein genommen in das Leben eines Mannes, der schon in seiner Kindheit erfährt, wie Rassismus und Vorurteile, aber auch Liebe und Geborgenheit die Persönlichkeit prägen.
Als Kind eines schwarzen Kenianers und einer weißen Amerikanerin, die sich während des Studiums in den USA kennen lernen und nach einer kurzen Ehe bereits wieder scheiden lassen, muss er sich früh mit seiner Identität als Afroamerikaner im von Weißen geprägten Amerika auseinandersetzen. Sein Leben mit seiner Mutter und seinem Stiefvater in Indonesien verdeutlicht ihm sehr schnell, dass ethnische Konflikte nicht nur „Schwarz“ und „Weiß“ betreffen.
Nicht zuletzt durch die ansprechende Art des Erzählens lernt der Leser nach und nach einen Mann kennen, der sich auf die Suche nach seinen afrikanischen  Wurzeln macht (und sie findet) und gleichzeitig eine glänzende juristische Laufbahn verfolgt. Man lernt aber auch einen Mann kennen, der mit großer Offenheit und Beharrlichkeit auf Menschen zugeht. Man erlebt, wie er sie mobilisiert, Wege für ein besseres Miteinander zu suchen, wo es längst schon nur noch Sackgassen zu geben scheint.
So ist dieses Buch nicht nur eine glänzend erzählte Familiengeschichte, sondern es macht meines Erachtens auch Mut, sich mit dieser Welt, wie man sie vorfindet, nicht abzufinden!

Jutta Binder