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Clemens M. Hutter: Pilgerwege im Salzburger Land

Clemens M. Hutter: Pilgerwege im Salzburger Land. Kultstätten – spirituelle Orte – Jakobswege – Wallfahrtsziele - Brauchtumsplätze. 45 Originalkartenausschnitte mit eingezeichnetem Routenverlauf und eine Übersichtskarte. ISBN 978-3-7022-2815-6.


Gedanken für unterwegs
von Superintendentin Luise Müller

Jeder Mensch ist unterwegs, ob er will oder nicht.
Das Leben bringt uns auf den Weg, da gibt es keinen Stillstand. Wir bewegen uns durch die Kindheit, durch die Jugend, durch die verschiedenen Stufen des Erwachsenseins. Und es ist schon so, wie Karl Rahner es sagt, dass wir dabei immer auf der Suche sind. Nach Erfüllung, nach dem Richtigen, nach dem Sinn. Nach dem Mann fürs Leben, nach dem richtigen Beruf, nach dem Weg für die Kinder und, und, und.

Wir gehen, müssen suchen. Aber das Eigentliche kommt uns entgegen. Ich denke, dass das die Kunst des Gehens ist, auf das zu achten, was uns begegnet. Es reicht nicht, die ausgetretenen Pfade zu gehen, auf denen die Generationen vor uns unterwegs waren, es geht, meine ich, darum, auf dem ganz eigenen Weg die Augen offen zu halten, das zu sehen, was uns begegnet, was uns entgegen kommt.

„Der Weg" in der Bibel
Und weil das Thema Weg so etwas Elementares für den Menschen ist, ist es auch ein immer wiederkehrendes Thema in der Bibel. Das sind zentrale Geschichten. In vielen Texten der Bibel wird vom Weg geredet. Denken Sie an den Auszug Abrahams, an den Weg der Israeliten durch die Wüste, an den Weg ins Exil, an Jesu Wanderungen, an die Reisen des Paulus. Und der Weg ist immer ambivalent: er kann zum Guten führen und er kann zum Schlechten führen. Das Gehen an sich ist kein religiöser Wert. Deswegen wird der Weg, den der Mensch geht, immer wieder Gott anbefohlen. Er soll schauen, dass es ein guter Weg wird. In der Sprache des 37. Psalms: Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird´s wohl machen.

Pilgern und Protestantismus
Im Protestantismus spielt das Pilgern keine große Rolle, man war eher abgeneigt davon, weil besonders im Mittelalter mit Pilgerwegen wie z.B. dem Jakobsweg ein Ablass verbunden war, dessen Missbrauch ein Thema für die Reformation war. Aus evangelischer Sicht kann man sich nicht durch eine Wallfahrt Gott gnädig stimmen.
In der österreichischen Geschichte war für Protestanten Weg oftmals mit Vertreibung verbunden, oder auch mit dem Geheimen, Verbotenen. Man traf sich während der Gegenreformation an geheimen Plätzen, um evangelische Gottesdienste zu feiern. Man benutzte geheime Wege, um verbotene Bibeln oder Andachtsbücher ins Land zu schmuggeln.
An solche geheimen Plätze in unserem Land erinnert das Buch, so z.B der Predigtstuhl bei Hallein und die entrische Kirche im Gasteiner Tal.