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Rembrandt

Rembrandt van Rijn, der vor 400 Jahren am 7. Juli 1606 in Leiden geboren wurde, ist der bedeutendste Maler, den die protestantische Welt hervorgebracht hat. Bis heute sind seine biblischen Darstellungen in ihrer künstlerischen Deutung und Aussagekraft unübertroffen.

Als Sohn eines Mühlenbesitzers in Leiden geboren, erhielt er in dieser Stadt, die im niederländischen Freiheitskampf eine maßgebliche Rolle gespielt hatte, seine geistige Prägung. Er besuchte die Lateinschule und anschließend die Universität, wandte sich dann aber bald der Malerei zu und gelangte schon in jungen Jahren zu beachtlichem Ansehen.

Im Gegensatz zur Vorliebe der damaligen holländischen Malerei für das Stilleben und die Landschaft, griff er auf die Historienmalerei zurück, wobei ihn vor allem die dramatischen Erzählungen der Bibel fesselten. Mehr als ein Drittel seines Gesamtwerkes ist dieser Thematik gewidmet. So wurde er auch durch die ungewöhnliche Darstellung einer biblischen Szene, der Steinigung des Stefanus, mit einem Schlag berühmt. Was ihn von anderen Künstlern unterschied und ihn zum größten Maler des 17. Jh. Werden ließ, war der Umgang mit dem Licht, der sein gesamtes Werk kennzeichnete. Durch die Lichtführung gelang es ihm, den Einbruch einer anderen Welt in seinen Bildern zu vergegenwärtigen. Das kam vor allem bei der Darstellung biblischer Gestalten wie etwa des Propheten Jeremias, des babylonischen Königs Belsazar oder des Apostels Paulus im Gefängnis, die Weltruhm erlangten, zur Geltung.

Auf der Höhe seines Ansehens übersiedelte Rembrandt nach Amsterdam, wo er mit Aufträgen überhäuft wurde und durch seine eindrucksvollen Portraits ein Bild des wohlhabenden holländischen Bürgertums jener Zeit vermittelte. In Amsterdam erwarb er auch ein Haus und verheiratete sich mit Saskia, der Tochter eines angesehenen Ratsherrn. Mit ihr verbrachte er die glücklichsten Jahre seines Lebens. Dann aber kam es zu einer tragischen Wende des Schicksals. Der Tod entriss ihm nicht nur Saskia, deren Anmut er so oft im Bild festgehalten hatte, sondern er verlor auch die Gunst seiner Landsleute. Sein berühmtes Bild einer Schützenkompanie, „Die Nachtwache“, das heute als sein Meisterwerk gilt, wurde abgelehnt, weil sich die Dargestellten nicht in angemessener Weise repräsentiert fühlten.

In den folgenden Jahren geriet Rembrandt immer mehr in finanzielle Bedrängnisse. Er musste sein Haus in Amsterdam verkaufen und auch die beiden Frauen, die er als Lebensgefährtinnen zu sich nahm, boten keinen Ersatz für Saskia. Die Sorgen und Leiden, die ihn von nun an bis zu seinem Lebensende begleiteten, vertieften jedoch eher seine Kunst. Von neuem wandte er sich wieder biblischen Themen zu, wobei die Gestalt Jesu immer mehr in den Vordergrund trat. Sein letztes Bild, das gleichsam zu seinem Vermächtnis wurde, war die Heimkehr des „Verlorenen Sohnes“, in dem er einen Spiegel seines eigenen Lebens sah. Es ist die ergreifende Darstellung eines alten Mannes, der sich im Bettlergewand voll Reue dem Vater zu Füßen wirft und bei ihm liebevolle Aufnahme und Geborgenheit findet. Das war, wie mit Recht behauptet wurde, Rembrandts letztes, endgültiges Wort.

Lieselotte von Eltz