Johannes Honterus

Die Kirche in Elixhausen–Sachsenheim, vor 45 Jahren erbaut, trägt den Namen dieses Mannes, des Reformators Siebenbürgens. Doch wer war dieser Mann?

Um 1498 ist er in Kronstadt in Siebenbürgen geboren. Er erwarb sich in Wien eine vielseitige humanistische Bildung und veröffentlichte in Krakau 1530 eine vielbeachtete lateinische Grammatik und eine Weltbeschreibung. Daraufhin zog er nach Basel, wo kurz vorher die Reformation nach dem in der Schweiz geltenden Brauch eingeführt worden war. Trotzdem war es ihm möglich, auch das lutherische Verständnis der Reformation, vorwiegend die Auslegung des Heiligen Abendmahles, kennen zu lernen. Er betätigte sich als Bildschnitzer und Buchdrucker.

Besondere Verdienste erwarb er sich, zurückgekehrt in die Heimat, um die Ausbildung der Jugend und die Verbreitung der Wissenschaften. Es ist anzunehmen, dass er hier auch seine religiösen Ansichten vermittelte, die in seinen Druckschriften enthalten sind. Alle Bestrebungen für die Neuordnung des kirchlichen Lebens im Sinne der Reformation zu Beginn der 40er Jahre des 16. Jahrhunderts münden schließlich in die Drucklegung des sogenannten „Reformationsbüchleins für Kronstadt und das Burzenland" aus dem Jahr 1543.


Die Schwarze Kirche in Kronstadt

Die Wittenberger Reformatoren Luther, Melanchthon und Bugenhagen empfohlen daraufhin nach anerkennender Beurteilung dessen Annahme auch in den anderen von Siebenbürger Sachsen bewohnten Gebieten. Die Neuordnung des kirchlichen Lebens nahm so ihren Lauf. Johannes Honterus wurde zum Stadtpfarrer von Kronstadt gewählt. Als solcher arbeitete er eine neue Kirchenordnung für ganz Siebenbürgen, die „Kirchenordnung aller Deutschen in Siebenbürgen" aus. 1550 wurde diese Kirchenordnung zum allgemeinen Gesetz für ganz Siebenbürgen erhoben. Dies könnte als Abschluss der Reformation in Siebenbürgen bezeichnet werden. Am 23. Februar 1549 starb Johannes Honterus im 51. Lebensjahr.
 

Johannes Honterus hat das Schulwesen seiner Heimat im fortschrittlichen Geiste der damaligen Zeit neu ausgerichtet und die notwendigen Behelfe dafür geschaffen. Er hat weit über die Heimat hinaus gewirkt durch Bücher und Schriften von allgemeinem wissenschaftlichem Interesse. Johannes Honterus hat der Reformation unter den Siebenbürger
Sachsen den Weg gebahnt.

Pfr. Mag. Peter Buchholzer

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Links:
www.bbkl.de/h/honterus_j.shtml
http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Honterus
 


 

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