"Eine Politik auf Kosten der verletzlichsten Menschen kratzt an den geistigen Fundamenten Europas“,

sagte Superintendent Olivier Dantine in seiner Predigt beim Eröffnungsgottesdienst der Bayerischen Landessynode in Bad Reichenhall.


Bad Reichenhall/Innsbruck (epdÖ) – „Daran, wie mit den Zuflucht suchenden Menschen an den Grenzen umgegangen wird, entscheidet sich die Glaubwürdigkeit des Projekts der europäischen Einigung. Aber gerade an dieser Frage öffnet sich ein Riss durch Europa“, betonte Superintendent Olivier Dantine in seiner Predigt beim Eröffnungsgottesdienst der Bayerischen Landessynode am 20. November in Bad Reichenhall (Deutschland). Der Superintendent der Diözese Salzburg/Tirol wurde eingeladen, beim Eröffnungsgottesdienst in der Lutherischen Stadtkirche zu predigen.

Dantine erklärte, dass es in den biblischen Büchern keine Kritik an geographischen Grenzen gebe. Aber die Bibel habe einen grundsätzlich positiven Zugang zum Thema Grenzen. So handle es sich bei Gottes Schöpfung bereits um das Setzen von Grenzen, etwa jener von Tag und Nacht. Darüber hinaus beinhalte die Bibel auch Warnungen, Grenzen zu verschieben. „Was aber in der Bibel unter dem Eindruck von Eroberungsfeldzügen von feindlich gesinnten Großmächten aus Sicht eines im Verhältnis kleinen Volkes geschrieben wurde, eignet sich nur bedingt als Maßstab für unseren heutigen Umgang mit Grenzen angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation in Europa. Keinesfalls kann es dazu dienen, ein In-Kauf-Nehmen einer humanitären Katastrophe an Europas Außen- oder Binnengrenzen zu rechtfertigen. Grenzen sollen Menschen schützen und nicht gefährden“, so der Superintendent in seiner Predigt.

„Es ist gut, dass Kirchen unterschiedlichster Konfessionen in vielen Ländern Europas sehr eindeutig eine Grenzziehung gegen menschenunwürdige Flüchtlingspolitik einfordern“, resümierte Dantine. „Denn eine Politik auf Kosten der verletzlichsten Menschen kratzt an den geistigen Fundamenten Europas.“ 

Die Predigt von Superintendent Mag. Olivier Dantine können Sie HIER nachlesen!

 

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