Die Konfirmation

Ein Beitrag von Pfarrerin Susanne Lechner-Masser
 
Die Konfirmation ist sowohl von ihrem Wesen als auch von ihrer Gestaltung her das kirchliche Lebensbegleitende Fest in der Evangelischen Kirche: sie ist darauf angelegt, Kinder einer bestimmten Gemeinschaft zu eigenverantwortlichen Erwachsenen zu initiieren, sie ist für alle in der Kirche Heranwachsenden vorgesehen und markiert für diese innerhalb der Gemeinschaft das formelle Ende der Kindheit.
 
 
Mit dem Wandel der Lebenswelten der verschiedenen Generationen haben sich freilich sowohl die Art als auch die tatsächlichen Auswirkungen dieser Initiierung verschoben. Noch vor etwa zwei Generationen markierte die Konfirmation den Beginn des heiratsfähigen Alters: sie war der Tag, an dem erstmals Erwachsenenkleidung getragen wurde (lange Hosen für Burschen, Strümpfe für Mädchen), an dem das sorglose kindliche Spiel nicht mehr geduldet war und Wert gelegt wurde auf ein entsprechendes Benehmen, das man von einem jungen Mädchen oder jungen Burschen erwarten durfte. Burschen wie Mädchen wurden und werden in erster Linie von den Eltern, aber auch von Großeltern, Paten [1] sowie allen geladenen Gästen beschenkt. Die (ähnlich der Praxis der katholischen Firmung) geschenkte Uhr für die Burschen deutete den jetzt erwarteten eigenverantwortlichen Umgang mit der Zeit und den damit verbundenen Eintritt in die Welt der Selbstbestimmten an. Das Äquivalent für die Mädchen war sehr häufig Schmuck, mit dem das Mädchen oft geschmückt und geehrt wurde und der durch seinen Wert auch den Wert der Aussteuer des Mädchens darstellten konnte: die Konfirmation war ein Anlass, das Mädchen mit allem auszustatten, was es braucht – Wäsche, Kleider, Wertsachen, denn ab diesem Tag waren Mädchen im Gegensatz zu Burschen auch heiratsfähig.
 
Natürlich sind persönliche Erfahrungen, welche Geschenke für wen Wert und Tradition besaßen, regional verschieden. Der hohe soziale Stellenwert der Konfirmation hat sich, gesellschaftlich gesehen, verflacht, sie ist nicht mehr in diesem Ausmaß punktueller Übergang Richtung Erwachsenenalter. Beides, Uhr oder Schmuck, sind heute noch üblich, haben aber nicht mehr diese Bedeutung und sind teilweise durch andere symbolträchtige Geschenke ersetzt, etwa Computer oder Handy. Und natürlich gilt damals wie heute: das Ausmaß der Geschenke und die Größe der Feier ist – auch – abhängig von Stand und Geld.
 
Heute wird die Zeit zwischen Kindheit und Erwachsenenalter von der Gesellschaft mit all seinen Schwierigkeiten für die Heranwachsenden wie für die Elterngeneration bewusster und vor allen Dingen mit anderer Einstellung als eine „Zeit des Übergangs“ wahrgenommen. Dadurch wird die Konfirmationsfeier eine Feier in das Jugendalter hinein und die Grenzen zwischen Kindheit und Erwachsenenalter sind auch hier fließend.
 
Vom praktisch-theologischen Standpunkt aus gesehen vereinigt die Konfirmation mehrere Inhalte: „Konfirmation“ leitet sich vom lateinischen Begriff „confirmare“ ab und bedeutet „befestigen, stärken, kräftigen, sichern“. So ist sie eine Bekräftigung der Taufe, des christlichen Glaubens und der Zugehörigkeit zu der kirchlichen Gemeinschaft, in die hinein konfirmiert wird.
 
Die „Bekräftigung oder Bestätigung der Taufe“ der KonfirmandInnen durch diese selbst kommt etwa im traditionellen Tauflied zum Ausdruck, das mit der Gemeinde gesungen wird. (Heute oft verbunden mit dem Entzünden der Taufkerze an der Osterkerze als Erinnerung und Vergegenwärtigung der Taufe.) „Tauferinnerung“ nimmt in der Konfirmationsfeier einen wesentlichen Teil der Gestaltung ein, sie ist jedoch keine Bestätigung der Taufe, der heilstheologischer Charakter beigemessen werden könnte – auch wer sich nicht konfirmieren lässt, ist vollwertig und gültig getauft und daher ein vollwertiger Christ. Bedeutete die Konfirmation bis in allerjüngste Zeit noch die Zulassung zum Abendmahl der evangelischen christlichen Gemeinde, so ist durch die allgemeine Einführung des Kinderoffenen Abendmahls 2002 in der Evangelischen Kirche Österreichs auch diese „Schranke“ gefallen. Die Taufe wurde auch einem Kleinstkind nicht „unter Vorbehalt“ gespendet, sie ist gültig auch ohne ihre öffentliche Bestätigung. Jedoch ist die Konfirmation als ein Akt bewusster innerer Übernahme der Taufe und des jetzt eigenen, von den Eltern unabhängigen öffentlichen Bekenntnisses des Glaubens vor der christlichen Gemeinde eine traditionell ergriffene Gelegenheit, eine sehr persönliche und bewusste Entscheidung für das Christentum – im Rahmen der Evangelischen Kirche – zu vollziehen und die Taufe im Glauben für sich zu bewahrheiten. Das Bekenntnis zum christlichen Glauben geschieht formell durch das gemeinsame laute Bekennen des als altkirchlichem Taufbekenntnis betrachteten Apostolischen Glaubensbekenntnisses, manchmal auch des Nicänischen Glaubenbekenntnisses. Die den KonfirmandInnen gestellten „Konfirmationsfragen“ und ihre Beantwortung „mit Gottes Hilfe“ [2] stellen das persönliche „Ja“ zur Taufe sowie das persönliche Bekenntnis zum Christentum in den Rahmen der kirchlichen Gemeinschaft, in der sie sich konfirmieren lassen.
 
Der nun folgende zugesprochene „Konfirmationssegen“, [3] verbunden mit einem „Konfirmationsspruch“ gab der Konfirmation den alten, heute nicht mehr so gebräuchlichen Namen „Einsegnung“. Dieser Name betont die persönliche Bedeutung dieses wichtigen Teiles der Konfirmationsfeier. Der Segen wird namentlich unter Handauflegung persönlich zugesprochen. Er hebt – ähnlich der bewussten vollen Namensnennung in der Taufe – die Einzigartigkeit eines jeden Konfirmanden hervor und spricht ihm/ihr die Hilfe Gottes auf dem nun eigen verantworteten Glaubens-Weg zu. Der Konfirmationsspruch [4] ist immer ein Vers aus der kanonischen Bibel. Er wird entweder vom Pfarrer/der Pfarrerin, oder von den KonfirmandInnen selbst gewählt. Gewählt werden Verse, die die Hilfe Gottes, die Annahme Gottes, seine Gnade, Liebe und Treue ausdrücken, oder unsere Zuversicht im Glauben, unsere Stärke durch Jesus Christus , oder auch Grundpfeiler reformatorischen Glaubens in Kürze und Prägnanz wiedergeben. Als Konfirmationsspruch soll er seinen Empfänger auf seinem ganzen Glaubens- und Lebensweg begleiten. Er wird auf die Konfirmationsbescheinigung geschrieben und gewinnt für viele Menschen im Laufe ihres Lebens immer wieder neue oder erst im Laufe dieses „Rituals“ wirkliche inhaltliche Bedeutung. So kann der Spruch sich im Laufe des Lebens persönlich „bewahrheiten“, wo er in Erinnerung bleibt.
 
Das gemeinsame Abendmahl der jetzt Konfirmierten bildete bisher einen der Höhepunkte für die Konfirmierten, deren Eltern und für die Gemeinde, da die Konfirmierten erst ab diesem Zeitpunkt zum Abendmahl zugelassen waren. Die Entscheidung zum Kinderoffenen Abendmahl wird diesem „ersten Abendmahl als Konfirmierte“ sicherlich einen anderen Charakter verleihen, seine Würde und sein festliches Erleben als „Freudenmahl“ aber sicherlich nicht schmälern.
 
Den inneren Aspekten der Konfirmation werden die „anderen“ traditionellen Geschenke, die nicht minder wichtig sind, gerecht: das Überreichen eines Kirchengesangbuches mit Spruch und Widmung und/oder ein Wandkreuz durch die Gemeinde, das Schenken einer eigenen, mit Namen, Spruch und Widmung versehenen Bibel durch die Eltern oder Paten, ein Kreuz zum Tragen und Bekennen.
 
Wie wird Konfirmation erlebt?
 
Von Seiten der Eltern ist diese Feier eine öffentliche Darstellung „ihres“ Kindes, das jetzt herangewachsen ist, auf das sie einfach stolz sein können. Es ist ein Tag, an dem sich Eltern und auch Paten zurücklehnen und genießen dürfen – trotz des großen Aufwandes und der damit verbundenen Kosten für die Feier. Der Konfirmation wird in der Familie und Großfamilie traditionell sehr hohe Bedeutung beigemessen, denn sie ist, da die reformatorischen Kirchen keine Erstkommunionsfeier kennen, neben der Taufe die einzige Feier, in der wir das Kind der Öffentlichkeit der erweiterten Familie sowie der Öffentlichkeit der Gemeinde in dieser Form „präsentieren“. Es ist zugleich ein „Tag des Abschieds von der Kindheit meines Kindes, das, schneller als ich geglaubt habe, so groß geworden ist. Gerade trug ich es noch zur Taufe, und nun: seht!“ [5] Kleidung, Fotos, und Blumenschmuck tragen dieser Stimmung Rechnung. Der persönliche Segen für das Kind, sein Bibelspruch und die Fürbitten geleiten es aus der Hand der Eltern in eine ungewisse, aber doch Gottes Schutz empfohlene Zukunft, in der „wir als Eltern“ nur mehr bedingt Einfluss nehmen können. Das gemeinsame Abendmahl nimmt Eltern und Kind als Gleichwertige ernst und kann als eine Ermutigung erfahren werden, die kommende, oft schwierige Zeit mit dem Heranwachsenden gemeinsam zu bewältigen.
Auch die weitgehend vorgegebenen Formen, das Konfirmieren in der Gruppe und die festliche und liebevolle Gestaltung der Feier durch die Gemeinde, helfen den Eltern, das Kind gemeinsam mit anderen Eltern ein Stück loszulassen und es fortan anders zu sehen – als „erwachsene Person“ (im geistlichen Sinn), als immer selbstständig werdender Mensch, der oder die seinen oder ihren Weg jetzt immer mehr ohne „uns“ zu fragen gehen wird. Es gilt, eine eigene neue Position zu finden, weniger als Erziehende, denn vielmehr als Unterstützende im Alltag, aber vor allen Dingen für „Notfälle“ und „Rückfälle“ in kindliche Bedürfnisse. Die kollektiv erlebte Konfirmation setzt hier ein Zeichen.
 
Für viele Eltern sowie für die Paten bedeutet die Konfirmation des einstigen Kindes und Patenkindes auch im persönlichen Erleben das Einlösen des Taufversprechens: [6] Was in der Taufe begonnen wurde, wird hier vom Kind selbst öffentlich übernommen und entbindet uns der Verantwortung. Es schenkt uns die Freude, unseren Glauben doch soweit geteilt zu haben, dass das Kind zu seiner eigenen Form des Glaubens und des Weges in der Kirche finden konnte.
 
Für die Paten enden zudem formell alle bei der Taufe übernommenen Verpflichtungen. [7] Sie sind die Ehrengäste der Konfirmation. Auch für sie bedeutet die Konfirmation in ganz eigener Weise ein Abschied, wenn sie auch eine gewisse Rolle als Paten in den meisten Fällen nicht wirklich aufgeben – die einmal aufgebaute Beziehung zum Patenkind und die innere Verpflichtung zur Hilfe bis zur Selbstständigkeit werden in aller Regel aufrechterhalten.
 
Von Seiten der KonfirmandInnen markiert die Konfirmation das Ende einer aufregenden Zeit. Konfirmation geschieht „jahrgangsweise“ und die Zahl derer, die sich gegen die Konfirmation entscheiden, ist konstant gering. Die Motivation zur Konfirmation ist unterschiedlich. Von „Ich möchte gerne mehr über den Glauben wissen“ bis „Ich gehe, weil meine Eltern/ Großeltern ... es so wollen“ und „ich gehe, weil ich dann gefeiert werde“ ist alles zu hören. Entscheidet sich auch mancher Jugendliche nur zögernd und mit großer Skepsis, letztlich wird diese Zeit fast immer sehr positiv erlebt: Gemeinschaftswochenenden, mehrtägige „Freizeit“, Vorbereitung in Klein- und Großgruppen und gemeinsame Fahrten tragen dazu bei. Neben den feststehenden traditionellen Lehrinhalten, die sich an die Lehrpunkte des lutherischen Katechismus [8] anlehnen (Glaubensbekenntnis, Bibelwissen, Schuld und Vergebung, Abendmahl, Taufe, 10 Gebote), werden immer wieder neue Konzepte zur Gestaltung dieser Zeit entwickelt und erprobt. Für die Jugendlichen ist es eine Zeit der Beschäftigung mit den „ererbten“ Glaubensinhalten, die Möglichkeit, kritische Fragen zu haben und sie auch stehen lassen zu können, die Gelegenheit, sich und ihre Vorstellungen zumindest zeitweise in die Gemeinde tragen zu können und sich darzustellen. Anregungen, die von Jugendlichen kommen, gehen keineswegs immer „unter“. Diese Zeit findet ihren Abschluss in einem gemeinsamen Erleben und einem gemeinschaftlichen Bewältigen der für manche Jugendlichen zum Teil „hochnotpeinlichen“ öffentlichen Darstellung ihrer eigenen Person.
 
Das Empfinden und die Freude darüber, gefeiert zu werden und „wichtig“ zu sein, steigert sich meist mit gemischten Zweifeln, je näher dieser Tag rückt. Entgegen den jährlich wiederkehrenden Beteuerungen, sicherlich in alten Jeans zu erscheinen, wird der Frage der Kleidung letztendlich doch viel Zeit gewidmet, denn es ist in allen Gemeinden noch immer üblich, sehr festlich zu erscheinen. Der Tag selbst steht meist im Zeichen großer Aufregung. Die Rührung der Eltern, sehr häufig ihre Tränen während der Fürbitten, die Handauflegung bei der Segnung, Zueignung des persönlichen Spruches und letztlich das nicht enden wollende Fotografieren in Gruppe – mit PfarrerIn, den Eltern und den Paten, vermitteln den Eindruck: „Ich bin heute viel wert!“
Das persönliche Bekenntnis zu Taufe und Glauben, das festliche Abendmahl, oft auch gleich anschließend die aktive Hilfe beim Abendmahl – die KonfirmandInnen bilden den ersten „Kreis“ der Abendmahl Feiernden, anschließend helfen sie beim Austeilen von Brot und Wein [9] – und die formelle Anerkennung durch die Gemeinde gehen oft tiefer, als die KonfirmandInnen es sich selbst erwartet hätten – manche sind sie von sich selbst überrascht.
 
Für die Gemeinde ist die Konfirmationsfeier einer der kirchlichen Höhepunkte im Jahreskreis. Sie wird in und um Salzburg vorwiegend zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten, meist am jeweiligen Festtag selbst gefeiert. Die Konfirmation ist das Fest der Jugendlichen, es ist jedoch nicht der von ihnen gestaltete Gottesdienst und von einem „KonfirmandInnengottesdienst“, in dem sie sich präsentieren, zu unterscheiden: Die Konfirmationsfeier ist eine Feier, die die Gemeinde für die KonfirmandInnen in Zusammenarbeit mit den Eltern vorbereitet und gestaltet – die KonfirmandInnen sind dabei die Beschenkten. Die Vorbereitungen und die Feier selbst fordern von den MitarbeiterInnen der Gemeinden immer wieder Engagement und Besinnung auf die Ziele für die Jugend ihrer Gemeinschaft. Für die feiernde Gemeinde ist die Konfirmation von jungen Menschen auch Gelegenheit, eigenen Glauben und eigene Hoffnungen zu reflektieren.


[1] Dies sind in der Evangelischen Kirche die Taufpaten, die mit der Konfirmation des Kindes ihre Aufgabe erfüllt haben. Ein Äquivalent zum „Firmpatenamt“ ist daher unbekannt.
[2] Die Konfirmationsfrage kann je nach Tradition im Wortlaut leicht variieren. Etwa: „Liebe KonfirmandInnen, wir haben gemeinsam unseren Glauben bekannt. Wollt ihr, dass Gott euch in diesem Glauben festige und euch helfe, in Seinem Geist zu leben, so antwortet: ‚Ja.’“ Oder: „Wollt ihr im Vertrauen auf die Gaben des Heiligen Geistes euer Leben führen und als Christen und Christinnen in der Gemeinschaft der Kirche Jesu Christi bleiben, so antwortet: ‚Ja, mit Gottes Hilfe.’“ Agende der Evangelischen Kirche AB in Österreich; Evangelischer Presseverband 1984. Siehe dort Anm. 27.
[3] „Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist, gebe dir seine Gnade: Schutz und Schirm vor allem Bösen, Stärke und Hilfe zu allem Guten, dass du bewahrt werdest zum ewigen Leben. Friede sei mit dir.“ Agende der Evangelischen Kirche in Österreich, Evangelischer Presseverband 1984. Siehe dort Anm. 27.
[4] z.B. Sprüche 4,18: „Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag.“ oder Röm. 3,28 „So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.“ Oder: Jer. 31,3: „Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte“. Für ihre Auswahl gilt das Gleiche wie für die Taufsprüche: Es kann jeder Spruch, der für den, der ihn aussucht, persönliche Bedeutung gewonnen hat, genommen werden.
[5] persönliche Bemerkung
[6] Siehe Anm. 6.
[7] Siehe Abschnitt „Die evangelische Taufe“.
[8] Im „Kleinen Katechismus“ Martin Luthers werden die Grundlagen des Glaubens (10 Gebote, Glaubensbekenntnis, Vaterunser, Sakrament der Taufe, Sakrament des Altars und vom Amt der Schüssel und von der Beichte) in einem leicht zu lernenden Frage und Antwort Schema zur religiösen Unterweisung der einfachen Menschen behandelt. Im heutigen Deutsch leicht nachlesbar im Evangelischen Gesangbuch, Evangelischer Presseverband 1994.
[9] Evangelische Abendmahlsfeiern werden immer mit Brot und Wein gefeiert. Der „Kelch“ für alle und immer ist Errungenschaft der Reformation. Die Teilnehmenden in traditionellen Feiern knien nach der Liturgie zum Abendmahl vor dem Altar auf eigens aufgestellten Kniebänken, in den meisten heutigen Kirchen stehen sie im Altarraum im Kreis oder Halbkreis. Brot und Wein werden mit entsprechenden Deuteworten ausgeteilt oder weitergereicht. Das Trinken aus dem Kelch oder das Eintauchen des Brotes (echtes Brot oder Hostie) ist möglich. Bibelspruch und Segnung, oft verbunden mit dem Reichen der Hände, entlassen den jeweiligen Kreis. Der nächste folgt, bis alle Gemeindeglieder, die wollten, Gelegenheit hatten, nach vorne zu kommen. Eine evangelische Abendmahlsfeier dauert entsprechend lange und wird meist mit Musik begleitet.
Es ist durchaus üblich, dass Gemeindeglieder unter Leitung der anwesenden Pfarrerin oder des anwesenden Pfarrers Brot, manchmal auch Wein austeilen. Dies ist in der Konfirmation dann ein besonders schönes Zeichen der nun mündigen jungen Christinnen und Christen dieser Gemeinde. 
 
Quelle: Bräuche im Salzburger Land, CD-ROM Folge 3, Luidold, Lucia & Kammerhofer-Aggermann, Ulrike (Hrsg.), 2005. www.salzburgervolkskultur.at

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