Reformation 500 - Salzburg und der Protestantismus

 
(Bild: Salzburg Museum)

 

Exponate dokumentieren Fluchtbewegung um 1731

 

Dem Schicksal von mehr als 20.000 Salzburgerinnen und Salzburgern, die 1731/32 unter dem katholischen Fürsterzbischof Firmian aus ihrer Heimat vertrieben wurden, geht eine neue Ausstellung im Salzburg Museum nach. „Reformation 500 – Salzburg und der Protestantismus“ nähert sich diesem dunklen Kapitel der Landesgeschichte über rund 80 Objekte, die die Fluchtumstände der Evangelischen veranschaulichen sollen.

Eine Besonderheit der Ausstellung, die am 28. Oktober eröffnet wurde und bis 4. März 2018 zu sehen ist, sind Emigrationsmedaillen: Die Exponate dokumentieren die Fluchtbewegung und stammen großteils aus einer Sammlung des Salzburger Bankhauses Spängler. „Kein anderes Fluchtereignis wurde so oft auf Medaillen dargestellt“, erzählt Erich Erker, Ausstellungskurator und Münzexperte des Bankhauses. Stempelschneider hätten die große Fluchtbewegung auf Gedenkmedaillen aus Gold, Silber, Kupfer und Zinn dargestellt. „Das waren Erinnerungsstücke für Sammler“, erläutert Erker weiter. In den hohlen, so genannten „Schraubmedaillen“, die in Augsburg und Nürnberg hergestellt wurden, befinden sich Serien von mindestens 17 kleinen Plättchen kolorierter Druckgrafiken. Zusammengelegt ergeben sie einen Zyklus der Geschichte des Protestantismus im ehemaligen Fürsterzbistum. „Die Bilderserien sind sicher eines der reizvollsten Zeugnisse des Protestantismus in Salzburg.“

Einige Leihgaben der Ausstellung stammen auch aus der Evangelischen Pfarrgemeinde Salzburg-Christuskirche, der Erzabtei St. Peter, dem Kapuzinerkloster Salzburg sowie aus Archiven der Erzdiözese und dem Landesarchiv Salzburg. Die Ausstellung thematisiert neben der Vertreibung der Evangelischen auch die vorangegangene rasche Ausbreitung des Protestantismus sowie das Toleranzpatent von Kaisers Joseph II. im Jahr 1781 und den ökumenischen Dialog der Gegenwart.

Die Sonderausstellung wurde räumlich in die Dauerausstellung „Mythos Salzburg“ integriert.

Text: epdÖ

Ausstellungsdauer: 28. Oktober 2017 bis 4. März 2018

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 9 bis 17 Uhr

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