Die Bewahrung der Schöpfung

"Die Schöpfung ist dem Menschen anvertraut. Geschaffen nach Gottes Bild und selbst Teil der Schöpfung, ist der Mensch nicht Herrscher, sondern Verwalter und Diener der Schöpfung. Seine Verantwortung liegt darin, die Schöpfung zu achten und zu bewahren, auch für künftige Generationen. " – So lesen wir im Sozialwort des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich.

Auch die Kirchen sind sich in den letzten Jahren ihrer Verantwortung für die Schöpfung bewusst geworden. In unserer Evangelischen Kirche wurden in allen Diözesen Umweltbeauftragte ernannt, die sich mit Umweltthemen befassen, sich untereinander vernetzen und auch ökumenisch mit katholischen Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten, denn in diesen Sachfragen gibt es keine konfessionellen Unterschiede. Ein wesentliches Ziel ist aber auch in den Gemeinden Umweltinteressierte Christinnen und Christen anzusprechen und im Rahmen der Möglichkeiten mit ihnen tätig zu werden.
 


Schneekanonen gegen die Kirche? Rettenbachferner Ötztal.


Was ist unser Beitrag als Kirche?

Spirituell: Im Jahreslauf ergeben sich immer wieder Anlässe, im Gottesdienst und bei Festen Umweltfragen zu thematisieren. Zum Erntedankfest haben wir das immer schon gemacht. Es bieten sich auch Themengottesdienste, Gottesdienste im Freien oder Berggottesdienste an.

Bildung: In allen Bereichen unseres Gemeindelebens, in der Jugend- und Frauenarbeit, im Konfirmandenunterricht, in Gemeindeabenden, Vorträgen und Bibelarbeiten können wir die Bewahrung der Schöpfung zum Thema machen. Nur wer informiert ist, kann verantwortungsbewusst handeln. Anregungen zur praktischen Umsetzung geben – für jeden Einzelnen und auch für uns als Pfarrgemeinde. Durchführung von Projekten.
 


Unsere evangelische Vorzeigekirche mit Solartechnik in Stadl-Paura Oberösterreich


Das Prinzip der Nachhaltigkeit

"Nachhaltigkeit" beschreibt das Ziel, Natur und Umwelt für uns heute zu nützen, ohne die Möglichkeiten der Nutzung durch zukünftige Generationen zu gefährden. Dies umfasst den Erhalt der Artenvielfalt, den Klimaschutz, die Pflege von Kultur- und Landschaftsräumen – generell den schonenden Umgang mit den natürlichen Gegebenheiten. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Um einen Wald zu nutzen und ihn gleichzeitig in seiner ursprünglichen Größe zu erhalten, darf jedes Jahr nur so viel Holz geschlagen werden, wie in einem Jahr wieder nachwachsen kann. Nachhaltigkeit ist also ein Ziel, die globale Marktwirtschaft lässt derzeit eine Verwirklichung noch in großer Ferne erscheinen. Wir können uns nur bemühen, die Schäden so gering als möglich werden zu lassen. Große Hoffnung liegt in der verstärkten Nutzung der Sonnenenergie zur Wärme- und Stromgewinnung.


Der ökologische Fußabdruck



Das Konzept des "Ökologischen Fußabdrucks" wurde 1994 entwickelt. Man versteht darunter die Fläche auf der Erde, die notwendig ist, um den Lebensstil und den Lebensstandard eines Menschen dauerhaft zu ermöglichen. Er umfasst die Flächen, die zur Produktion seiner Nahrung und Kleidung nötig sind, zur Bereitstellung von Energie, aber auch zum Abbau des von ihm erzeugten Mülls und zum Binden des durch seine Aktivitäten freigesetzten Kohlendioxids. Beim gegenwärtigen Verbrauch werden weltweit 2,2 Hektar pro Person beansprucht, es stehen allerdings nur 1,8 Hektar zur Verfügung. Die Inanspruchnahme der Fläche verteilt sich sehr unterschiedlich auf die verschiedenen Regionen, z.B. benötigen wir in Europa 4,7 Hektar pro Person, die USA 9,7 Hektar, China 1,6 Hektar und Indien 0,7 Hektar.
 



Praktische Umsetzung für Pfarrgemeinden und im privaten Bereich

  • Problemfeld Energie, Heizung und Wasserverbrauch:
    Heizungsanlage auf dem neuesten Stand der Technik
    Isolierung von Außenwänden und Geschoßdecken
    Isolierverglasung bei Fenstern und Türen
    Doppeltüren, Windfang im Eingangsbereich
    Energiesparlampen
    Aufzeichnung des Energieverbrauches zur Raumheizung (Öl, Gas, Strom, Holz….)
    Aufzeichnung des Stromverbrauches
    Aufzeichnung des Wasserverbrauchs
    Reparatur von tropfenden Wasserauslässen
    Spartaste an der Toilettenspülung
    Verpackung und Müll
    Verwendung von Mehrweggeschirr und Metallbesteck bei Festen
    Verdünnungssäfte oder zumindest Mehrwegflaschen
    Vermeidung von Portionsverpackungen
    Toilettenpapier, Papierhandtücher und Servietten aus 100% Altpapier
    Mülltrennung
     
  • Pflanzen, Tiere, Boden
    Grünpflanzen in den Räumen
    Anlagen: standortgerechte, einheimische Bäume und Sträucher, Wiese statt Rasen.
    Lebensräume für Eulen, Turmfalken, Fledermäuse erhalten oder schaffen.
    Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz
    Verzicht auf Streusalz
    Gemeindeleben
    Kauf von fair gehandelten Produkten für Feste
    Verwendung von Produkten aus der Region
    Verwendung von umweltgerechtem Büromaterial
     
  • Verkehr und Verkehrsmittel und Fahrgemeinschaften
    Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel
    KirchGANG (zu Fuß)
    Radfahren

Dr. Werner Schwarz, Umweltbeauftragter der Diözese Salzburg-Tirol

Evangelische Superintendentur Salzburg-Tirol

Rennweg 13
6020 Innsbruck
Tel: 0512-588824
salzburg-tirol@evang.at
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